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Lachen immer aus Kants Quelle, sa hätte der, der den Wcttlanfunserer Zeit und den Ansgang der größten Anstrengungen betrachtete,ganz außer Athem kommen muffen; aber selbst aus Thorheiten undDummheiten entsteht immer etwas Gutes — es folgen neue Thorheitenund Dummheiten, sie spannen aufs Neue unsere Kräfte, erregen einbischen Zorn und Aerger und verhindern somit, daß man sich nicht —zu Tode lacht!
Hepdenreich, wenn gleich Schüler KantS, verdient wegen seinerKritik des Lächerlichen genannt zu werden, das er in etwas Wider-sinniges, Zweck- und Verhältnißwidriges als Wirkung der Freiheitsetzt; ganz abweichend aber ist Jean Paul in seiner Aesthetik, derdas Lächerliche das unendlich Kleine, oder einen sinnlich angeschauten,unendlichen Unverstand nennt. Diese auffallende und dunkle Definition,davon abgesehen, daß das Unendliche weder groß noch klein sein kann,sondern — unendlich, ginge höchstens an, wenn das Erhabene alsMaximum Gegensatz des Lächerlichen oder Minimums wäre, wie derHumorist annimmt. Zwar steht die Komödie der Tragödie entgegen,nichts vernichtet leichter die Wirkung des Erhabenen, als eine Parodiedesselben, und jeder Gegenstand der komischen Darstellung erscheintverkleinert; aber Gegensatz des Erhabenen ist doch wohl richtiger dasNiedrige, welches nur bedingt lächerlich ist, und ein reiner Gegensatzdes Komischen möchte überhaupt nicht zu finden sein, da es so eigen-thümlich ist. Quelle und Gegenstand des Lächerlichen ist eben so oftZufall und Natur, als Unverstand; ein sehr geringer Grad des letzter»reicht oft hin zum Lächerlichen; ganz vollendete Dummheit oder unend-licher Unverstand möchte gerade am wenigsten lächerlich sein, wie selbstmanche Komiker bewiesen haben, die recht eigentlich auf Unsinn los-arbeiteten, um recht komisch zu erscheinen. Nun, es ist ein Triumphfür uns, daß wir über uns selbst lachen können! Jean Paul ist selbstBeweis von dem, was er sagt, „daß das Lächerliche nie recht in dieDefinitionen der Philosophen gehen wolle, ausgenommen unwillkürlich
— und daß ein humoristischer Dichter herrlich sein kann," aber einhumoristischer Philosoph? Hm, hm!
Der Tragiker deutscher Nation, Schiller, erklärt die ganze komischePoesie für ein Herunterziehen unter die Wirklichkeit selbst, für einumgekehrtes tragisches Ideal und Untergang des Idealen im Realen
— das ist tragisch! Aber die Wirklichkeit selbst beherbergt das Komische,der Narr auf der Bühne erscheint nur zu leibhaft im Leben, und eineverrenkte Wirklichkeit würde selbst auf der Bühne mißfallen, und jener