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Eigenliebe, begreife aber, wie dieser gutmüthige Glaube da am ehestenPlatz gewinnen muß, wo auch das Gefühl seine Tiefe gründet — inder Einsamkeit der Bücherwclt. In der Welt, wo sich auch der Sinnfür das Lächerliche mehr schärft, wird solcher Glaube nicht gefunden.Die Anthropologie ist eine solche Ebroniguo sounckalvuso, daß ichjedem Melancholiker rathen will, sich lieber in Mathematik und Physikz» vertiefen. Znm Troste jener schönen Seelen mag es daher gereichen,daß die Eigenliebe nichts weniger als ein ausschließlicher, ja nicht ein-mal als vorzüglichster Grund der Lachlust angesehen werden mag; dennin der Regel ist die Empfindung des Stolzes so ernst, als der Türkegegenüber dem Griechen oder Franken, und der belachte Gegenstandoft auf einer so niedern Stufe, daß sich nicht wohl ein Gefühl derErhebung oder Eigenliebe denken läßt. Der Contrast oder die gleich-zeitige Erwccknng mehrerer Ideen, die gewöhnlich nicht mit einanderverbunden sind und einen gewissen innern Kitzel, der gleichsam denVerstand aus dem Sattel hebt, erwecken, der auf den Kitzel der Mus-keln zurückwirkt, erregt weit öfter Lachen, als die Eigenliebe. Scipiolachte bei Hannibals Frage: „Welchem Feldherrn räumst Du die ersteStelle ein?" er nannte zuerst Alexander, dann Pyrrhus, und dannsich selbst. „Wie?" wenn Du aber mich, und ich nicht Dich geschlagenhätte?" — „Dann hätte ich mich zuerst genannt." Hier spricht sichdeutlich die Eigenliebe aus. Wenn aber Landon und Gcllcrt zu Karls-bad einander fragen: „Sagen Sie mir doch, Herr Professor, wie Sieso viel Munteres haben schreiben können, ich kann es nicht begreifen,wenn ich Sie so ansehe," und „Sagen Sie mir erst, Herr General!wie ist es möglich, die Collincr Schlacht zu gewinnen und Schweidnitzwegzunehmen, ich begreife es nicht, wenn ich Sie so ansehe," unddarauf beide lachen, die so selten lachten, so lachten beide so viel wir-kende und so berühmte Männer ihrer Zeit, beide von anerkannter An-spruchlosigkeit. schwerlich aus Eitelkeit.

Alles, was im freien Spiele der Ideen unsere Einbildungskraftbelustigt und lächerliche Ideen erzeugt, ist srei von jedem Verdacht derEigenliebe. Diese Gedankenspiele sind an und für sich, durch denbloßen freien Wechsel der Empfindungen behaglich und gefallen ausdemselben Grunde, aus welchem Glücksspiele gefallen. Das Spielmit unangenehmen Ideen ist rührend, mit sittlichen Ideen erbauend,mit Vorstellungen des Genusses reizend und mit lächerlichen Ideenunterhaltend. Die Seele liebt Veränderung, und wenn sie auch Sym-metrie liebt, so liebt sie doch auch wieder zur Abwechslung Contrast,