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Nichts erweckt größere Lust, als das, was mit unsern Vorstel-lungen Md persönlichen Empfindungen sich reimt, welches GesetzWetze! (Versuch über die Kenntniß des Menschen H. 263.) trefflichansgeführt hat. Weltumsegler Anson zitterte in einer Trckschuite undauf einem schmalen Kanalc; ein General der Kavallerie, ein verwege-ner Reiter, bangte in der Kutsche, und ein anderer muthvollcr Generalkonnte nicht anders zur Ader lassen, als wenn neben ihm die Trom-mel gerührt wurde. Der Kanal, die Kutsche, das Aderlässen, har-nionirt nicht mit den gewohnten Vorstellungen dieser Männer, denndas Lächerliche modificirt sich offenbar mehr subjcctiv als objectiv. Ab-surditätcn beschäftigen sicher mehr den Frohsinnigen, als den Trüb-sinnigen nnd Ernsten; ist man noch zu Spott aufgelegt, dann heißtes: „Je alberner, desto bester!" Hätte ich, wie Stadtpfarrcr Rabe, dieMischnah oder den Text des Talmuds übersetzt mit Anmerkungen, ge-wiß hätte ich die Langeweile durch die albernen Glossen der Gemarazu verscheuchen gesucht; so aber waltet der Ernst eines Rabbi, derLachen für Anlockung zur Sünde hält, über allen sechs Quartanten,die doch so viel Albernes enthalten. Dies ist auch der Fall mit derKirchcngeschichte, um die sich sonst steife Theologen allein kümmerten,solche für heilig hielten, und daher von Dingen, wie noch Schrökh,nur mit Ernst sprachen, die doch unendlich lächerlicher sind, als gewisseAuftritte der Stnatsgeschichte. Sollte die Würde der Geschichte belei-digt sein, wenn man das Lächerliche hervorhebt mit Witz und Laune,Salz und Pfeffer? Nur Unwahrheit beleidigt die Würde der Geschichte.

Geist und Körper — jedem das Seine! Ursprünglich ist es wohlder Geist, auf welchen das Lächerliche direkten angenehmen Eindruckmacht; das leichte Spiel der Ideen afficirt den Körper und das Gc-sundhcitsgefühl, und die dadurch erhöhte Lebenskraft wirkt wieder aufden Geist. Der Gemüthszustand eines Lachenden ist ein Affekt, unddieser Affekt ist nicht schmelzend oder leidend wie der der Rührung,sondern rüstig, thätig und lebendig in Augen, Muskeln, Blut undBewegung. Die moralische Welt ruht so sehr auf der physischen, daßwir uns gewöhnlich einen moralisch großen Mann auch Physisch großdenken, und der physisch Große uns gleichsam verächtlich wird, je mehrwir moralische Kleinheit in ihm wahrnehmen. Der Körper strebt nachsinnlichem Wohlsein — Glückseligkeit, der Geist nach moralischer Voll-kommenheit, nnd aus der Harmonie beider Theile geht das höchsteGut hervor, das wir aber stets nur als Ideal erblicken werden.

Wir wissen noch heute nicht, ob die Lebensgeister oder Nerven-