Gotte, die andere dem Thier im Menschen gewidmet sein, damit esmit dem Ganzen gut stehe, das Gott zusammengefügt hat.
Sinnlichkeit und Vernunft machen den Dualismus unserer Natur,was auch Materialisten oder Idealisten schwatzen mögen, die zweiSeelen des Xenophou und Plato, oder den alten und neuen Menschendes heiligen Paulus. Vervollkommnung der Vernunft ist unser Ziel,Freiheit unter dem Gesetz gibt allein einen Platz im Geisterreich, undSittlichkeit (die Glückseligkeit älterer Philosophen) ist höchster Natur-zweck; — aber nirgendwo ist, wie Jean Paul sich ausdrückt, so vielWiderspruch, als in dem fünfschuhigen Disputatorio des Menschen,und das Abscheulichste ist, daß im innern Regcnsburgcr Reichstage dieTugend mit zwanzig Hintern, und einer Stimme, der Teufel aber miteinem Hintern und sieben Stimmen sitzt. Leib und Seele gleichen demungarischen Doppelmädchen, das in ganz Europa gezeigt wurde, undvon dem wir bereits oben sprachen, und am Bundestag kann vonachtunddreißig Gliedern nicht ein Tempo verlangt werden.
Wenn der Geist dem Leibe zu viel zumuthet, so muß dieser unter-liegen, wie wir an Gelehrten sehen, und wenn der Leib über denGeist Herr wird, so ist's noch schlimmer, wie wir an den Anbetern derVenus, des Bacchus und der Ceres bemerken. Der Geist muß ofttheure Hausmiethe zahlen, und die Meinung alter Philosophen war soübel nicht, daß Gott den Menschen nur bis zum Nabel geschaffen habe,das weitere aber der Teufel, der in die Welt hinein oder, wie manbesser sagte, hinaus lebt. Nur das Ideal eines vollkommenen Men-schen kann nie auf Abwege gerathen, und wenn wir auch alle Geheim-nisse der Philosophie ergründet haben, der Mensch bleibt immer dergroße Gedankenstrich im Buche der Natur. Jean Pauls Flötenspieler,der sich das Dorten so finster ausmalt, wird ganz melancholisch, weiler allen Spaß und Scherz werde aufgeben müssen; vielleicht lachenaber auch dort die Erzengel über die Engel schlechtweg, diese über diebloßen Anfänger in der Engelei, worunter ich die Flügelköpfchen zähle,diese wieder über die ankommenden Heiligen und Seligen, die dannwieder über die Seelen lachen können, die im Fegfeuer oder gar nochals Erdengewürm seufzen.
Hieniedeu ist Natur — Natur, die zur Thüre hinausgejagt, zumFenster wieder hereinschlüpft; die Natur ist unser Polarstern, und derReiz zum Lachen Natur, folglich gehört Lachen mit zu den vernünftigenHandlungen des Lebens. Jener sieht die Menschen in Karrikatur oderwie sie sind, dieser in Idealen, wie sie sein könnten und sollten. Es