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noch mehr als eine Kapuziner- und Franziskanerpredigt gehört, diewahrlich jener an Beredsamkeit wenig nachgab.

Moliöre's Geiziger, der an seinem Gcburtsfest zwei Lichter aus-stellt, aber nur eines anzündet, das andere immer wieder ausbläst undendlich in die Tasche steckt, ist komisch, wie das spanische Consistorinm,das den Fandango, jenen Nationaltanz, der Cythercns Kampfe allzu-natürlich darstellte, abzuschaffen und den Bann über die Tänzer aus-zusprcchen im Begriffe ist; ein würdiges Mitglied bemerkt, daß mandoch das auckiatur st altsra pars l zuvor wahren müsse. Ein spanischesPaar wird aufgefordert, den Fandango zu tanzen, und siehe, der Tanzmachte solchen Eindruck, daß er nicht nur freigesprochen wurde, son-dern ein hochpreisliches Consistorinm selbst in oorporo sich in Bewegungsetzte, den Fandango nachzutanzen. Das war auch komisch.

Strenge, kalte Aesthetikcr wollten das Komische nur als Modifi-kation des Sinnreichen und Witzigen gelten lassen, und nahmen dasWort witzig so eingeschränkt, daß sie bloß lachenerregende Talente undMaterien darunter verstehen wollten, und das Lächerliche war ihnennur eine Abart des Schönen, nur relativ schön, das so erfreulicheNichts, das mit so unwiderstehlichem Zauber wirkt und von der Naturoffenbar zu unserer Restauration bei Tage, wie der Schlaf bei derNacht bestimmt ist. Sie tolerirten es höchstens wegen seiner Verwandt-schaft mit dem Schönen, wie etwa einen dunklen Vetter, den man indie Gesellschaft ä I» suits mitschleppt, und dem Appendix überläßt,wie er sich durchschlägt. Ein solcher Vetter suchte sich dadurch der ele-ganten Ehre auch würdig zu machen, daß er von Zeit zu Zeit von derTafel aufstand und ringsumher — die Lichter putzte! Kant sagte:„Schön ist, was ohne Interesse gefällt," und Herder (der Kant hierund öfters mißverstand) entgegnete: „Nichts kann ohne Interesse ge-fallen, und Schönheit hat für Empfindung gerade das höchste Interesse,"und so hielt es meine Wenigkeit mit dem Lächerlichen. Wollen wiruns wie Scholastiker des Mittelalters über Worte katzbalgen? und istdes kritischen Philosophen Definition des Schönen: Zweckmäßigkeit ohneZweck — nicht selbst hochkomisch? Es war in der That Schade, daßein Kant sich so wenig um Sprache kümmerte, da ihm so viele nach-sprachen, ohne zu denken.

Die Natur verwickelt manche Verhältnisse im Leben und löst sieso sonderbar auf, als ob wir im Theater wären, und das Komischeist in der Natur so reichlich vorhanden, daß es der schärfere Blick des

t Man höre auch die andere Partie.