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Komikers nur zu entdecken, nicht zu erfinden braucht. Haben nichtschon Kinder die größte Freude, nicht zu kommen, wenn man sie ruft,oder wenn man sich stellt, sie zu haschen, und entwischen läßt? Solltedie Nachahmung und Darstellung der Natur nicht schön sein? Solltendie Herren Kunstrichter, die das Komische nur als etwas Negatives,ein Vernichten und Umkehren der Welt, Untergang des Idealen imRealen, Karrikatur rc. ansehen, sich nicht irren, zumal das Feld derkomischen Poesie.bei uns eben nicht besonders angebaut ist? Wir habenwitzige Possen, witzige Karrikaturgemäldc, burleske Gedichte und auchmehrere persönliche Satiren; aber wo ist unsere feinere, ins Großegehende Satire? wo unser komisches Lustspiel und komischer Roman?wo unsere Humoristen, die sich mit dem Auslande messen dürsten? —Uarw avos!
Je feiner das Zeitalter, desto mehr Feinheit heischt das Komische,aber auch desto mehr verliert es an Kraft, wo nicht große Talente sichseiner erbarmen. Plautus zeigt mehr vis oomtoa als Tercntius, Whi-cherly mehr als Colmau, Moliörc mehr als Collin d'Harlcville undPicard — und deutsche ältere Komiker haben wahrlich mehr Kraft, alsdie neuern. Diese komische Kraft ist leider ein Geheimniß, und Nie-mand wird aus Graf d'Arco's weitschweifigem Buch: äotla torra oo-wioa oder Cailhavc's art äs 1a oomSäis lernen wollen, was nurGenie lehrt. Am allerwenigsten wird man sie aus unsern neuestenBüchern zum Todtlachen lernen, deren Verfassern ich — so wenig icheiner Seele wünsche, daß sie sich todtlachc — in der That wünsche,was der Titel ihrer abgeschmackten Werke verspricht.
Die vis oomioa der Alten ist das lächerliche Wahre, mehr oderweniger durch Witz verstärkt. Es gibt einen gewissen Grad, unterwelchem Leute von Geschmack noch nicht lachen, und über welchem sieauch nicht mehr lachen, welches so no ssis guoi sich nur empfindenläßt. Es gibt ein Komisches, das nur den Verstand kitzelt, und zwi-schen diesem und den Fratzen, die Alles übertreiben und weit über dasWahre hinauszerrcn, gibt es Mittelstraßen, wo sich vielleicht allein daswahre Komische findet. Aesop verstand dieses so ns sais guoi, der zu-gleich mit einem Grammatiker und einem Sänger an den PhilosophenPanthus verkauft wurde, als bloße Zulage. Dieser fragte die letzter»,was sie verständen? „Alles!" war die Antwort, als ob sie im neun-zehnten Jahrhundert gelebt hätten, und Acsvpns lachte laut auf. „Undwas verstehst denn du?" — „Nichts, da diese Beiden Alles wissen."Xanthus zahlte nun sechzig Obolen, gewann ihn lieb, und selbst seine