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und Zoten schweben, welche die Sittlichkeit oder Zartheit verdammt.Lustig nennen wir den, der sein Wohlbehagen laut äußert, und „auf-geräumt" sagt schon weniger. Lustigkeit (tolätrorls) ist der Jugend,dem andern Geschlecht und den niedern Ständen eigen, Munterkeit undFröhlichkeit den Gebildeten. Aus der Lustigkeit des Hagedorn'schenSeifensieders entsteht aber leicht der Kitzel, seine Kraft zu äußern, diewir dann Muthwillcn nennen, wie bei Fox, der einst eine blindePastetenhändlerin, die nach dem Markte fragte, in eine volle Kircheführte, wo sie dann ausrief: „Warme Pastctchen! wer kauft warmePastetchen?"

Je nachdem der Körper oder Geist einwirkt, entstehen die Schalk-haften und Losen, die aus Scherz sich freuen, wenn sie Jemand hinter-gehen können, die Schäker, Spasscr und Eulcuspiegel, wo es nurschade ist, daß Lustigkeit so nahe an Liederlichkeit angrenzt. Unsereguten Alten nannten lustig kurzweilig (amüsant), im Gegensatz vonlangweilig, und waren, wie in allen Stücken auch hier höchst genüg-sam; selbst ernste Unterhaltungen waren ihnen kurzweilig, zcitvcrtreibcnd,und Rollenhagen sagt in seinem jetzt veralteten Froschmäusler:

Man schilt oft spöttisch Zeitvertreib,

Was stärkt zur Arbeit Sccl' und Leib.

Unsern Alten war die verdeutschte Odyssee kurzweilig, und auf einemverdeutschten Justinus vvm Jahre 1532 steht: „lustig zu lesen," undso steht es auch mit Ulm-Iogini I-Iistoria luäriva. Ihre kuriosen lustigenHistorien, die hundstttgigcn Erquickstundcn, Paullini zcitvcrkürzendeLust sind meist physikalischen, historischen und theologischen Inhalts,wie ihre ^na philologische Anmerkungen, die jedoch allenfalls auch dieZeit kürzen wenn man lernen will, welche gar läppische Fragen mandamals auswarf, und mit dem größten Ernst und der stupcudcstcn Ge-lehrsamkeit beantwortete. Die Karten vom Schlaraffenland, Blocks-bergs, Narrcnburg und Lügcnfcld fehlten nicht leicht in einem Ho-mann'schcn Atlas, der märchcnvolle aber lustige H übn er war einst inallen Händen, und mich selbst leitete noch ein Exemplar aus meinesUrgroßvaters Bibliothek zur Univcrsalhistorie neben der großen Bildcr-bibcl.

Die Klostcrbiblivthck zu Rcicheuau war noch zu meiner Zeit ein-getheilt — nicht in 8-rora, und Urokuus, wie die zu Mcrgcnthcim,sondern in 8eria und äooosa. l Die S. S. Theolvgia gehörte natürlichzu den Seriis, alles übrige von Plato an bis Wolf zu den Jocosis,

> HMge und weltliche Schriften. — Ernste und scherzhafte Schriften.