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Es bleibt ein ausgemachter Erfahrungssatz, daß dumme Leute Wider-willen fühlen gegen klügere, und wenn diese noch so tolerant sind undnoch so sehr sich bemühen, ihr Uebergewicht nicht fühlen zu lassen —also vavs! ' Witz ohne Klugheit ist das gefährlichste Gestirn, umerdem man geboren werden kann. Ich denke an Kotzebue und an dieLebensregel meiner guten Mutter: „Wer dir als Freund nicht nützenkann, kann dir als Feind doch schaden." Der einzige Vortheil, deretwa dem Witzigen ohne Klugheit verbleibt, ist der, daß gewisse Leut-chen mit ihren Gemeinheiten sich nicht leicht an ihm zu reiben wagen;aber im Bunde niit Verstand ist Witz — Salomo in seiner ganzenHerrlichkeit!

Der Witz beginnt da, wo der gemeine Verstand aufhört, und da-her sollte man mit Goldschrift über die Thüre des echten Witzkopfsschreiben:

ksroe, puer, stimulis «t kortrus uter« loris, ^

als Spiegel, Regel und Riegel; über die Thüre eines bloßen Witz-boldes, aber — und diese sind häufiger als Witzige, obgleich dummcrSpaß noch erträglicher scheint als dummer Ernst — mit bloßer ge-wöhnlicher Wcgwciserschrift des Meisters Tischler:

oallee os goaä seass is vortll L pouirä ok vrit. ^

XXIV.

Warum sind die Neuern den Alten an komischem Witz undin komischen Schriften überlegen?

Es war wohl ein pedantischer und daher lächerlicher Streit, derlange gelehrte Streit über die Vorzüge der Alten vor den Neuern,oder umgekehrt; Boileau und Dacier erhitzten sich für die Alten, Pcr-

t Nimm dich i„ Acht! — r Schone, Knabe des Sporn» und brauche stärker die Zügel.— !> Ein Loth gesunden Menschenverstandes ist so viel werth wie ein Psund Witz. — « Grie-chisch nnd Latein ist gewiß eine große Zierde, allein man muß sie zn thener erkaufen.