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vermag in unsern egoistischen Zeiten den Geist eines freien Mannesmehr aufzurichten und das Herz eines Biedermannes mehr zu erwär-men, als die heiligen Reliquien der Griechen und Römer — aber inihrer Sprache und für einen Mann von Geist und Charakter, für alleandern ist's opus opsr-rtum. i Keine Nation hat so gute Übersetzun-gen als wir Deutsche; aber die beste ist doch nur die Kehrseite einerschönen Tapete oder ein altes graues Ritterschloß, das man meublirthat. Eine recht getreue Übersetzung mag allenfalls zur Erlangungvon Rcalkenntnisscn genügen; aber es gibt einen noch höhern Zweck —der Geist der Alten soll in uns übergehen; und das Organ diesesGeistes ist Griechen- und Röm ersprache. Dieser Geist der Alten gibtdem Charakter einen gewissen Schwung, der aber höchst schädlich wer-den kann, namentlich in Deutschland — einen gewissen romantischenAnstrich, der nur unschädlich ist bei einer brittischcn lins inäexonävno^.»Sollte nicht Werther mit dem so natürlichen Vater Homer in Ueber-spannung gestanden haben, wie mit seiner Lotte?

Was nun unsere obige Frage zunächst betrifft, so können die An-beter der Alten mit Recht behaupten, daß wir nicht mehr kompetenteRichter sein können, da die meisten Werke der Alten verloren oderverstümmelt sind, und in den erhaltenen gerade die schönsten Züge desWitzes so gut als verloren betrachtet werden können durch den weitenAbstand der Zeiten, des Geschmacks und der Sitten. Gefällt ja Shak-speare, Fielding, Sterne rc. weit mehr in England, als im Auslande,Moliärc und Voltaire mehr in Frankreich als anderwärts, und Wie-land, Thümmcl und Jean Paul rc. sind ja kaum außer Deutschlandbekannt. Wir müssen also zugeben, daß die Alten mehr komischenWitz hatten, als wir wissen, da sie nicht so viel niederschrieben alswir, daß die besten Werke im Meere der Vergessenheit ruhen, und inden erhaltenen noch Manches durch Empfindung und Geschmack zuerklären übrig sei, was die Cyclopen der Philologie bloß durch Eru-dition erklärt haben. Die Alten, wenigstens die Römer, dachten zuernst, zu groß und erhaben, um sich viel mit dem Lächerlichen abzu-geben; die Römer hatten blutigere Bürgerkriege als wir, aber wedereine Satire MennipLc, ° noch einen Hudibras; sie hatten zwar Pon-tifices, aber keine Päpste, und ergötzten sich schon an Fabeln und Apoph-thcgmen, wie wir an Ana und Anekdoteualmanachen. Mit den Altenund Neuen steht es, wie mit dem Pantheon und St. Peter: jenes

i Leeres Stroh gedroschen. — 2 Eine angenebme, unabhängige Lage. — « Ein bekannte»satirisches Werk auS der Zeit der französischen RevolutionSkriege, gegen die Ligue gerichtet.