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dienen, und ich sage von ihnen, was Montesquieu von dem jetzt ver-gessenen Rollin sagt: O'sst Is voour, gui p-rrlo sn vosur! ^
Nichts bezeichnet die philologischen Stubenhocker besser, als ihrlächerliches Aufheben von der Bildung, die selbst athcnicnsische Kraut-weiber gehabt haben müßten, weil sie sogleich Dcmosthenes als Aus-länder erkannt hätten ... jede Berliner Obsthändlcrin würde sogleicheinen Wiener Redner erkennen und erkennet auch Jffland und Fleck.Französische Bauernmädchen haben mir witzigere Antworten gegeben,als deutsche Damen, und so würden auch die Altcrthumsforschcr den-ken, wenn sie über Jncunabeln hinweg in die lebendige Welt blicktenund statt klassischer Phrasen — Geschmack hätten. In Sachen sindwir weit über die Alten hinaus — oft und lang durchsuchte Berg-werke müssen endlich erschöpft werden, und schöne Formen thun hiermehr als die Materie. Die Werke der Alten stehen da als echte Kunst-werke oder Bildnisse, die noch Werth haben, wenn auch die Person,die dazu saß, kein Interesse mehr gewähren kann. Unser Sehnen undStreben nach dein Großen und Herrlichen des Alterthums hat etwasPhantastisches, bleibt aber stets Beweis unseres Sehnens und Strc-bcns nach moralischer Größe und Würde.
Wenige der neuern Schriftsteller gleichen den alten; aber wirkönnen ihnen gleichen, wenn wir vor Allem das Vorurtheil ablegen,daß wir es nicht könnten, wenn wir aufhören, sie bloß nachzuahmen,oder sie nur nachahmen, wo sie ungemeiue Gedanken ganz einfach vor-tragen, statt gemeine Gedanken auf ungeineine Art darzustellen. Mon-taigne stände nicht auf gleicher Linie mit den Alten, wenn er sichseinem Plutarch und Scneca so hingegeben hätte, wie der Geschicht-schreiber der Schweiz seinem Tacitus. Die Sittenlehre der Alten istnoch heute der beste Theil ihrer Philosophie. Warum? weil sie prak-tisch ist, weniger zum Verstand als zum Herzen spricht und kein Wört-chcn weiß von unsern Schulterminologicn und Religionsvorurtheilenund Pfaffcuthum. Wir können ganz den Alten gleichen, wenn wir,wie sie, den Systcmgeist bannen, mehr Sachen als Worte lernen, nichtmehr ums liebe Brod schreiben, die Natur studiren, statt Bücher, undAntheil nehmen am thätigen praktischen Leben, und ein klein bischenfreier werden. Stubenhocker, die Feder in der Hand, die Mütze überden Ohren, umgeben von Tabakswolken, wird freilich nie die Sonneder Alten erwärmen; denn nun kommt noch der armselige Kastenunter-
t Er spricht das Her» zum Hcrzkn.