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mehr gewährt, wie früher, was doch mit andern Lieblingen nichtder Fall ist; er ist voll überraschender Blicke ins menschliche Herz,voll Ideen (vielleicht kantischer), aber wahrlich anch voll Witzeleien,voll langweiliger, platter Dinge, weit hergeholter Anspielungen unddunkler Bilder, und voll Knallgold, die Erbsünde aller Humoristenvon Rabelais an bis — Jean Paul. Man tadelte zu seiner Zeit vor-züglich die Einmischung von Bibelstellcn und Gesangbuchslicdern (eswar noch das theologische Zeitalter nicht vorüber, und mir sind sieangenehme Rückerinncrungcn der goldenen Jugendzeit), aber michdünkt, ihn treffe ein weit stärkerer Tadel noch — Mangel an Gemüth-lichkeit.
Hippcls Meisterwerk bleibt: Die Lcbcnsläufe in aufsteigenderLinie (wozu seine treffliche Selbstbiographie bei Schlichtegroll denCommentar liefert) und das Buch: Ueber die Ehe. Geringeren Ge-halts sind: Die Kreuz- und Qucrzüge des Ritters A—z (Nichtfrei-maurern unverständlich), Ueber bürgerliche Verbesserung der Weiber,voll paradoxen Ernstes, Handzeichnnngcn nach der Natur, Ueber Ge-setzgebung und Staatenwohl, Ueber weibliche Bildung, das Lustspiel:„Der Mann nach der Uhr," und Zimmcrmann I. und Friedrich II.,wo der Titel das Witzigste ist, überall
Witz auf Witz, l -Schlag auf Schlag;
Blitz auf Blitz, 1 Ob es auch cinschlagcn mag?
Hippel liebte Einsamkeit und Verschlossenheit, er huldigte frühe derLiebe und wurde Hagestolz (daher vermuthlich seine so schöne Lobrede aufdie Ehe), er popularisirtc viele Ideen Kants, der ihn einen Ccntralmannnannte, wenn er gleich nichts weniger als auf seine symbolischen Bücherschwor, und liebte Geld, Ehre und Mädchen oder Wollust, ganz imWidersprüche mit so vielen warmen Stellen seiner Schriften; Humoristensind wie Dichter. Hippel war arm geboren, starb aber mit 150,000 ThalerVermögen, ohne bekannte Glücks- nnd Erbfülle; hart und verschlossen,trug er kein Bedenken, das, was Andern im unbewachten Gespräche ent-wischte, wörtlich aufs Papier zu werfen. Der egoistische Humorist ließsich gerne malen, so wenig Einnehmendes auch sein Gesicht hatte, warRepublikaner nach Grundsätzen und ließ sich adeln; statt Bücher sammelteer Gemälde und künstelte an einem Garten, worin auch ein Kirchhofwar, mit der Aufschrift: Ich, Du, Er, Wir, Ihr, Sie. Der größteLobrcdncr der Ehe lebte außer der Ehe und schrieb über die Wahleines Weibes: „Ist sie häßlich, so mißfällt sie; ist sie schön, so gefällt