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sie Andern; ist sie reich, so ist der Mann arm; ist sie arm, so ist sieschwer zn ernähren; ist sie klug, so will sie regieren; ist sie dumm, soversteht sie nicht zu gehorchen; ist sie jung, so besorgt man, wenn siefünfundzwanzig wird, böses Geschick; ist sie alt, so braucht sie Pflege— aber sie sei wie sie wolle, sie ist eine Frau, das ist genug!" Soschrieb der Lobredner der Ehe.

Hippel war ein lebendiger Contrast, liebte das Geld und warimmer ohne Geld, denn wenn er SO Thaler beisammen hatte, wan-delten sie in die Bank; selbst inals xarta' wirft ihm Freund Schcff-ner vor. Er, der rund um sich die Embleme des Todes sammelte,Gottesäcker liebte und so schön und viel vom Tode schrieb, wieJean Paul, fürchtete sich vor dem Tod, und an Unsterblichkeit glaubteer nur, weil er wußte, daß er lebte. Seine stille Wohnung wurdezum Posthanse. Theorie und Praxis war leider auch bei diesem Kraft-vollen selten im Einklänge, wie bei Sterne; nur ein höherer Richterkennt die Schwere der Gewichte, die in weich organisirtcn Seelen sogerne nach unten ziehen. Kant liebte Hippel, noch mehr Scheffuer,am wenigsten wohl Hamaun — vier berühmte Königsbergcr; und ichliebte Hippel schon wegen seines Lustspiels „der Mann nach der Uhr"(er selbst ging ohne Uhr), gezeichnet nach dem Kaufmann Green, einemBritten. Es war das erste Drama, das ich auf einem fürstlichen Lieb-haberthcatcr aufführen sah — wir Knaben führten es auf unter meinerLeitung auf dem Dachboden, Säcke waren der Borhang, und daswenig zahlreiche Parterre saß auf Stroh- und Heubnndcn; dem Mannenach der Uhr aber hatte ich meines achtzigjährigen Großvaters ganzenSonntagsstaat bringen müssen, und das gab Debatten zwischen meinenGroßeltern und Eltern: der Großpapa hielt sich für prostitnirt.

Lichtenderg — welches deutsche Auge erheitert sich nicht beidiesem lichten Namen? — war vielleicht der witzigste Deutsche, weitmehr als Hippel, und nach Lessing sicher derjenige, der die tiefsten,verschiedenartigsten Kenntnisse mit dem reichsten Humor und mit Ge-schmack verbunden hat. Lichtenbcrg, 1742 zu Oberramstadt bei Darm-stadt geboren, seit 1762 Professor zn Göttingcn, wo er 1799 starb,war groß als Physiker/ groß als praktischer Philosoph und als Witz-kopf, aber weit großer noch als Mensch; einfach, uneigennützig, wohl-thätig, gefällig und anspruchslos, wie nur wenige Professoren. Erwar kränklich; bei einem Gewittcranzug mußte er nicht selten seineVorlesungen schließen; in den ersten Stunden jedes neuen Semesters,

i Aus schiene Weis- Erworeenc».