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Pygmäcn-Bricfc ermangeln nicht minder des Ruhms; seine eigeneFabel von; wahren Löwen und Ameisenlöwen hätte ihm vorlcuchtenkönnen. Wer dieses interessante Monument der tragikomischen Vor-welt für die komische Nachwelt stiftete, wozu in Ermangelung eigeneranschaulicher Erfahrungen (freilich das beste) schon die gedruckten De-duktionen und dann die Rcgensbnrger Reichstags-, Reichshofraths-und Rcichskanimcrgerichtsaktcn reichen Stoff lieferten, konnte sich znrHöhe des Cervantes emporschwingen, ja höher noch, da der Stoff desCervantes mehr Dichtung, dieser Wirklichkeit ist und reicher. Es gäbeein echt deutsches Nationalwcrk.

Die Gespräche im Labyrinth, die Lebensgeister,-Protcns,

Titanic,, Morpheus, die Monatschrift Jason, sind Werke desselbenVerfassers, stehen aber noch tiefer unter dem goldenen Kalbe. Lichtcu-berg, Thümmel, Jean Paul sind dahin — und wo sind die, die aufihren Schultern stehen? Doch — wir können noch eine kleine nicht zuverachtende Nachlese halten; auch Mnsäus (geb. 1735, gest. 1787)gehört den Humoristen an. Er war so voll kindlicher Einfalt, das; erohne sein kärgliches Auskommen als Lehrer am Weimarer Gymnasium(vorher war er sieben Jahre lang Pageuhofmeister) schwerlich je dieFeder ergriffen hatte, und um eine Pfarre brachte ihn eine starrsinnigeGemeinde, weil er getanzt habe. Sein Grandison 11. kam zu rechterZeit, wo der brittischc der Jugend den Kopf verdrehte, wie Wertherund Siegwart späterhin, machte aber kein Aufsehen; erst durch seinephysioguomischen Reisen (sein bestes Werk) erhielt er Sitz und Stimmeneben Swift und Rabener. Seine Volksmährchcn machten ihn zumVolksschriftstellcr. Freund Hain, die moralische Kindcrklapper, dieStraußfedern (wovon aber nur ein Theil ihm angehört) und die nach-gelassenen Schriften, worunter die Gedichte an seine Gattin die lautereGemüthlichkeit predigen, sind geringeren Gehalts.

„Mnsäus," sagt Kotzebuc, sein Schüler, „warallgemein beliebt,denn niemand verstand besser als er, die Ansprüche jedes Narren geltenzu lassen, keine Schwächen aufzudecken, als die seinigcn, und keineThorheiten anzutasten, als mit der Feder." (Aber macht man sichnicht dadurch auch Feinde, und gibt es nicht schwache Leutchen, dieetwas auf sich beziehen, während man gar nicht an sie dachte?)Stundenlang erschütterte er das Zwerchfell seiner Freunde, und diegeringste Kleinigkeit wurde drollig in seinem Munde; selten verließihn seine Heiterkeit, trotz seiner Kränklichkeit und seines mühevollenLebens. Als er an den Volksmährchcn schrieb, sammelte er Nach-