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[Erster Band. - Zweiter Band.]
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sam studirt, wie manche Hirten, haben viele Gcsichtsverschiedenhcit,mir Schafsköpfe sind meist monoton, tont Lamms ober nous. ^ DerTaube ganzes Wesen verräth Unschuld, der Hund Treue, die KatzeFalschheit, der Fuchs Schlauheit, und in einem sehr getreuen BildnißVoltaire's ist offenbar der Scharfblick des Adlers vereint mit der Bos-heit des Affen, wie in meines lieben Sternc's Gesicht der Ausdruckder Gutmüthigkeit, ohne welche sich echter Humor nicht denken läßt.Ueberall ist die Rose der Freude, die Lilie der Unschuld, das Vergiß-meinnicht der stillen Anhänglichkeit gewidmet. Das Gesicht ist es jaauch nicht allein, wonach man urtheilt. Man erkennt Soldaten undselbst Musiker am taktinäßigen Tritt, den Seemann an seinem gebücktenund stets balancircndcn Gang, den Schreiber an erhöhter Achsel undSchwülen der Finger, den Schuster am Ausführen mit den Händen,wie den Arbeiter au der Haltung seiner Arme; der Töpfer wackeltmit dem Fuße, wie der Schneider gerne auf den Tisch klopft, als obüberall seine Schccre liegen müsse, und an den Knieen zu erkennenist, wie der Dachs. Nicolai will selbst katholische Weiber an denSchwülen am Knie erkannt haben, als ob sie niederfallende Kameclewären, und hat sich wenigstens gewaltig selbst verrathen. Aber soviel scheint richtig, Katholikinnen sehen freundlicher und verliebterdrein als Protestantinnen; schon die Andacht hat etwas Verliebtes,und ihre Religion ist fröhlicherer Art; die Männer aber sind umge-kehrt finsterer und verdrießlicher, woran vielleicht, nächst geringererBildung, gerade jene freundlichen, verliebten Gesichtchen schuld seinmögen.

Des Menschen Auge ist und bleibt aber die höchste und letzteStufe der Physiognomik. Die Augen flacher Seelen sind wie flacheSuppenteller, aber in die Augen eines tiefen Gemüths könnte manewig hineinsehen, ohne ihren Boden zu erblicken, und das starre An-schauen solcher vier Augen ist die höchst mögliche Gcistcrvercinigungdurch den Körper. Maler und Bildhauer deuten die Augen nur an,und es liegt etwas Tiefes in dem orientalischen Verbote der Malerei:„weil sonst die Körper am jüngsten Gericht ihre Seelen vom Malerfordern würden." Im Blick liegt ungemein Vieles. Der Blick derVerachtung, der seitwärts fällt, der verwirrte Blick, der fixe Blick desZornigen täuschen selten, und am wenigsten der verliebte Blick. Dengroßen, hellen Blick und die freie, ruhige Haltung eines gediegenen,

i Ganz wie bei uriS.

Demokrltoö. ii.

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