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[Erster Band. - Zweiter Band.]
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Auf, zum Gemach! bcsorgc daselbst du deine Geschäfte,

Spindel und Webestuhl, und gebiete den dienenden Weibern,

Fleißig im Werke zu sein. Das Wert gebühret nnr Männern,

Mir am meisten, denn mein ist in diesem Hause die Obmacht.

Und was sagte Pcnelope, die Mama?

Und sie erwog im Geist die verständige Rede des Sohnes,und trollte sich. Am ärgsten machte es Simonidcs in seinen Iamben,der die Weiber mit Schweinen, Füchsen, Hunden und Affen vergleicht;Euripides macht es nicht viel besser, und doch ist Sophokles Antwortauf die Frage: „Warum schilderst du die Weiber so gut und Euripi-dcs so böse?" schlimmer noch: „Ich male sie, wie sie sein sollen, Euri-pides aber, wie sie sind!" Mein lieber Demokrit ist noch der artigste;er hcirathete ein ganz kleines Weibchen und sagte: „Unter den Uebelnmuß man das kleinste wählen I"

Plato macht eine Ausnahme und will den Weibern gl ichc Rechteund gleiche Erziehung, ja selbst Staatsämtcr ertheilt wissen st la Hip-pe!; er spricht von Weibergeineinschaft sogar zur Beförderung derVaterlandsliebe und Eintracht, ja setzt Zeiten zur Begattung fest znrVerhinderung der Ausschweifungen; alles das gehörte in die plato-nische Republik! „Hunde," sagt er nicht sehr schmeichelhaft, „bewachendie Heerde und Diener die Stadt, und fragt man, ob sie Männchenoder Weibchen sind?" Wegen seiner Weibergcmcinschnst fand sich zuRom seine Republik in den Händen aller Damen, und sie vergaßendarüber jene Begleichung, und daß er den Göttern Dank sagte, ihnzum Manne und nicht zum Weibe erschaffen zu haben. Plutarch sprichtauch lobend von Weibern, und wenn sie auch keine glänzende Rollenspielten, und ein anderer Grieche die Frau für die beste erklärt, vonder man am wenigsten spreche, gleich dem Cäsar: „Ein Weib mußnicht bloß züchtig sein, sondern es auch scheinen," so spielten dafürdie Hetären desto glänzendere Rollen; Aspasia regierte die Griechen;Sokrates und Periklcs opferten in ihrem Hause den Grazien; Demost-henes vergaß über der Phryne die Rcdncrbühne, und Praxiteles mo-delte nach ihr seine Venus; sie erhielt Altäre, wie im verdorbenenRom die Flora.

Metellus öffentliche Rede: „Wenn die Natur uns erlaubt hätte,unser Geschlecht ohne Weiber fortzupflanzen, so brauchten wir diesebeschwerlichen Gefährtinnen nicht; die Ehe ist ein dem Staate gebrach-tes Opfer," gewährt einen tiefen Blick in die Ansichten der ernsten,rohen Römer, bis sie Griechenland und Asien kennen lernten; die