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[Erster Band. - Zweiter Band.]
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Denn Pfaffentrug und WeibcrlistGeht über Alles, wie ihr wißt.

Die Geschichte ist voll von Weiberlisten, die nach dem Sprüch-wort über alle Listen gehen; jene galante Frau, von ihrem einäugigenManne überrascht, sprang ihm voll Geistesgegenwart entgegen, drückteihm das gesunde Auge zu: „Jst's wahr, mein Schatz, siehst du aufdem andern Auge, wie mir träumte?" und so entwischte der Liebhaber.Argus hatte hundert Augen, aber was halfen sie gegen weiblicheTücke? Delila, Judith, Klytcmiiestra, Jldico und Corday — dieseund andere Huldinnen wandelten die Wildheit der Männer in schmieg-same Hingebung, ihr sanftes Auge log Liebe, Honig floß von ihrenLippen, bis sie das arglose Opfer auf der Schlachtbank hatten. Niesind sie gefährlicher als im Nsgligö — ein elegantes NLgligä ist das,was beim Soldaten „unter Waffen sein" ist; selbst der keusche Josephwäre unterlegen, wenn ihm nicht noch zu rechter Zeit Jakob erschienenwäre, wie der Koran wissen will, und man erkannte seine Unschuld,weil sein Rock zerrissen war von hinten.

Die praktische Vernunft der Weiber ist ihren Männern in bedenk-lichen Umständen oft nützlich gewesen; ihre Klugheit hat schon oft vonunklugen! Zufahren, Eigensinn und Ungestüm im Handeln den Mannabgehalten, wie Katharina ihren Peter am Prnth, und pedantischeneinsamen Gelehrten sind sie doppelt unentbehrlich. Alle Weiber gebie-ten über ihre Männer durch Glätte und Gewandtheit, folglich überbloße Bücher- und Aktendrescher doppelt. Und die Weiber von Wcins-berg? — Das Weib bleibt der Gegensatz des Mannes: hier Stärke,dort Zartheit; selbst in der Freundschaft ist ein Theil der thätige, derandere der leidende Theil, und stimmen sie zusammen, so entsteht Har-monie und Genuß des Lebens und das, was man das Glück der Häus-lichkeit nennt. Mann und Weib passen ineinander, wie die vor-springenden und einwärts gehenden Stücke eines Schiffes, um destosicherer und fester über das ungestüme Meer des Lebens zu segeln,und die Franzosen nennen nicht umsonst die Weiber äöorotteusos.'

Das ewige Feuer der Vestalinncn Roms ist das Bild des Dienstes,den uns Weiber durch ihre größere Sanftheit, feineren Ton des Cha-rakters und der Sitten, folglich durch Veredlung des Umgangs er-wiesen haben, und wie viele Männer haben, wenn sie nichts lernten,wenigstens Zahn- und Hautkultnr von ihnen erlernt, oder die Kunst,die Halsbinde schöner anzulegen, wozu es in Paris eigene mattres äs1 Glattputzerinnen.