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dir bei; aber nahmst du vielleicht darum dreitausend Weiber, um einezu finden? Wahrlich, dein kostbarer Tempelbau war leichter, als derBau des häuslichen Glücks in hochkultivirtcn Zeiten! Man fordertso viele Eigenschaften von Mann und Frau, daß, um'die Forderun-gen möglich zn machen, für jede Eigenschaft eine besondere Person er-forderlich wird, und so kann es nicht anders kommen, als daß, wennein Ehemann verzweifeln will über das Unglück, seine Hälfte verlorenzu haben, ein Halbdutzcnd anderer ihm sagt: „Freund, ich nehme soviel Antheil, daß ich wünschte, Ihr Unglück hätte mich betroffen!"

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XXII.

Die gelehrten Weiber.

Die weibliche Erbsünde Gefallsucht oder Koketterie hat sich inunserer Zeit einen neuen Ableger gemacht, von dem unsere Großmütterselig mit ihren Bocksbeuteln und Hausschlüsseln durchaus nichts wuß-ten, die höchstens Bibel, Predigt- und Gesangbuch kannten — dieBelescnheit. Hieraus ging eine eigene Damenphilosophie oder Schön-geisterei hervor, die Andere zu verdunkeln sucht durch schnatternde Aus-kramung des Gelesenen, und viele Virtuosinnen verleitet, ihr eigenesGeschlecht zn verachten und lieber nach Männernmgang zu haschen,wie Christine von Schweden, die keine Frau besuchte als Ninon del'Enclos. Sie war vielleicht die gelehrteste Dame — tont pis, » hoch.stehend über Maria Theresia, die aber gewiß ihren OberstallmcisterMonaldeschi nicht hätte morden lassen. Sie finden leicht Männer oderMännchen, die sich in ihrem Umgang gefallen und ihre schöngeistcri-schen Produkte gegen einander wechseln; aber der Mann von Geist

> Ihr All«, die ihr wünscht ein glücklich Leben,

Lernt herrschen erst, dünn indgt ihr ei» Weib erstreben,

» Salla, du fragst, westhalb ich dich nicht zur Gattin erwählet

Wohl, du bist z« gelehrt.

» Desto schlimmer.