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Wesen sein, und hob den Rock mehr, als schicklich war, empor, zumunauslöschlichen Gelächter der seligen Götter.

Schon im alten Rom war der Frcnndschaftskuß so mißlich wiebei uns; Tibcrins verbot die oseula guotiälana, - weil durch sie aller-lei Krankheiten verbreitet würden, wie man das weitere bei SnctoniusPlinius und Martialis nachsehen mag, und der letztere so witzige,'als obscöne Epigrammatist hat eine eigene Ableitung des WortesOsoulu-n, die sich auch nur auf Lateinisch sagen läßt: tzuas ckoclitvsoulum, non minus äabit.' Führten ja selbst die frommen Brüder-und Schwesterküsse der ersten Christen beim Licbesmahle weiter, alsman dachte, und es ging dem Kusse gerade wie der Möncherei. Mansollte gar nicht küssen, weil Judas seinen Herrn und Meister durcheinen Kuß verrathen hatte, und später fanden diese Christen den Kußund was damit zusammenhängt, so behaglich, als die Wcltttberwiuderdas Klostcrleben, das längst aufgehört hatte, ägyptisch zu sein. Paulusist schuld an Allem, warum schloß er stets seine Briefe: „Grüßet euchmit dem Kusse des Friedens." Klöster und Stifte, wenn auch nichtimmer Friede da herrschte, behielten den heiligen Kuß bei, da es auchim hohen Liede, welches die Vereinigung mit Christo mystisch vorfiel-len sollte, heißt: „er küsse mich mit dem Kusse seines Mundes," undPietisten nannten diesen Kuß den Friedenskuß, wofür die böse Weltsie Kreuztäubchen nannte und Kreuzlnftvögelein. Ein Kuß hat schonmanches weibliche Wesen an den Rand des Abgrundes geführt wieder erste leichtsinnige Streich Männer ins Zuchthaus oder gar'auf'sBlutgerüst. ?rinvipiis obst»; » daher schon der kluge Kaiser Rudolph l.vom geistlichen Kusse nicht zum besten dachte, sondern den Bischof vonSpeier, der seine Gemahlin Agnes aus dem Wagen hob und sie küßtefortjagte, und ausrief: a tali bsnoäiotions lidera nos, äominol* '

Die Züchtigkeit der Alten beim Kusse war groß; nicht bloß derstrenge Cato wollte nicht zugeben, daß ein Mann seine Frau küsse inGegenwart der Töchter, und seine Marcia küßte ihn nur, wenn esdonnerte; sondern auch unsere altdeutschen Mädchen mußten beim Kußdurchaus roth werden, und wer sich bloß mit den Lippen nahte, wäh-rend sein Herz ferne war, erhielt von ihren tugcndsamen Händen einsanf's Ohr. Ein geraubter Kuß wurde mit einer Maulschelle bestraftwas immer kürzer war, als eine Injurienklage, obgleich auch schondamals der Kuß unter die Räubereien gehört haben mag, wozu man

, . * Küsse. — * Die wklche einen Kuß gab, wird nicht weniger geben. — 6 Wider-stehe dem Ansang. — « Vor solchem Segen bewahre uni Gott. ° "