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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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XXI.

Fortsetzung. Der Luxus.

Luxus, Ueppigkeit ist der Gegensatz von Bedürfniß, undals Uebermaß nie gut; ohne Geschmack artet er auch aus in Schwel-gerei (Imxnr^), welche physische und moralische Entnervung, ekel-hasten Egoismus und Ehrlosigkeit im Gefolge führt. Niemand hatnoch Befriedigung des Hungers oder Durstes oder eines dritten, nochdringenderen Bedürfnisses Luxus genannt; nur in der Art und Weiseder Befriedigung und im Verhältniß unserer Mittel liegt der Luxus,der dann erst unmoralisch wird durch Kvllissiou mit höher» Pflichten,die wir ihm opfern. Der Luxus fragt nicht: Uebersteigt die ausge-suchte Art, deine Bedürfnisse zu befriedigen, nicht die Einnahme?Wird das, was ich habe, auch bis aus Ende reichen? Kann nichtUnglück kommen? Geht das Glück deiner Familie nicht verloren?Paßt auch dein Aufwand zu deiner Stellung in der bürgerlichen Ge-sellschaft? Wie soll es enden, wenn man in Gottes Namen heimlicheSchulden macht und sich heimliche, niederträchtige Prellereien erlaubt?

Der Mensch ist halb Geist, halb Körper; ganz Körper ist er inden ersten Zeiten der Kultur, und will er auch ganz Geist sein, sotritt Ueberfeinerung ein und Verfall. Nur ein gehöriges Verhältnißmacht die schöne, männliche Kultur, die der Staat durch weise Leitungder Bevölkerung, durch Verhinderung allzuvolkreicher Städte, durchKolonien und gerade auch durch Hindernisse eines zu weit gehendenLuxus befördern kann. Dem Staat ist der Luxus mehr vortheilhaftals schädlich, weil der Wohlstand arbeitender Klassen dadurch gewinnt,und es braucht keiner Aufwandsgesetze, wenn über Fleiß und guteSitten gewacht wird, die Nation mehr erwirbt, als verzehrt, und derWohlstand nicht vorübergehend ist, oder auf zufälligen, veränderlichenUmständen beruht. Der Staat kann in Hinsicht Einzelner ruhig sein,und hat seine Pflicht erfüllt; eingebildete Bedürfnisse machen aucheingebildete Unterschiede zwischen den schwachen Menschen. Arm warsonst, der sich nicht satt essen und nicht kleiden konnte, jetzt aber, wersich nicht nach der Mode kleiden, weder Equipagen noch Bedientenhalten, keine schönen Zimmer und Mobilien und Theaterlogen habenund kein Haus machen kaun. Reich ist in den Augen des Philosophen