Der Materialismus des siebzehnten Jahrhunderts.
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mm die einzelnen Buchstaben in verschiedenen Stellungen verschiedenenSinn ergeben, so können die Atome in verschiedener Verbindung ver-schiedene Gesammtwirkung ergeben. Dies Beispiel ist der alten epi-kureischen Lehre entnommen; allein es ist dabei ganz übersehen, dassfür den entscheidenden Punkt, für die Einheit der Qualität die Er-klärung völlig fehlt. Die Qualitäten werden von den Sinnen wahr-genommen. Das Vorhandensein eines Körpers, an dem die Qualitätenhaften, wird geschlossen; fmr die Qualitäten erscheinen den Sinnen.
Nun sind aber die Sinne selbst nur Aggregate von Atomen.Setzen wir auch, das Object könne, während nur einzelne Atomevorhanden sind, durch die Zusammensetzung und Ordnung derselbenverschiedene Bedeutung gewinnen, so setzt dies doch ein Subjectvoraus, welches die betreffende Zahl von Atomen einheitlich auffasst;denn nur bei solcher einheitlichen Auffassung haben die AusdrückeLage, Ordnung u. s. w. überhaupt einen Sinn. Dadurch wird aberdie Frage der Qualitäten zurückgeführt auf die Frage der subjectivenEmpfindung, die wir schön bei Gelegenheit der Lehre des Lucrezerörterten.
Gassendi unterscheidet sich hier nun zwar von Lucrez durchdie Annahme eines unsterblichen und unkörperlichen Geistes; alleindieser Geist steht, gleich dem Gott Gassendis, so ganz ausser Zu-sammenhang mit dem Systeme, dass man seiner füglich entrathenkann. Es fällt auch Gassendi gar nicht ein, ihn wegen jenes Ein-heitsproblems anzunehmen; er nimmt ihn an, weil die Religion esfordert. Da nun sein System nur eine materielle, aus Atomen be-stehende Seele kennt, so muss der Geist die Rolle der Unsterblich-keit und Unkörperlichkeit übernehmen. Ein Fortschritt gegenüberLucrez besteht nur darin, dass Gassendi den Seelenatomen von vornherein, und bevor sie so zusammengestellt sind, dass das aus ihnenbestehende Subject wirklich empfindet, die Anfänge der Empfindungzuschreibt. Es liegt hier auf der Hand, dass diese Anfänge, wennsie etwas Reales sein sollen und nicht bloss aristotelische „Möglich-keiten“, dem Atom ausser Grösse, Figur und Bewegung noch eineninneren Zustand verleihen; mit anderen Worten, dass in diesenAtomen die 1 e i b n i t z’ sehe Monade dem Princip nach schon ent-halten ist. Der gordische Knoten des Einheitsproblems kam aucherst Leibnitz vollständig zum Bewusstsein, und Leibnitz zerhieb ihnmit dem Schwert statt ihn zu lösen. Gassendi hat hier nicht vielweiter gedacht als Epikur, und er mochte auch wohl wenig Lust