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Erstes Buch. Dritter Abschnitt.
die Doctrin eines schroffen und paradoxen, aber keineswegs legiti-mistischen Absolutismus verkündigte. Gerade diese Schrift, in derbesonders die Geistlichen viele Ketzereien gefunden hatten, verdarbfür einstweilen seine Gunst bei Hofe. Er fiel in Ungnade, und daer zugleich das Pabstthum sehr heftig angegriffen hatte, musste ernun Frankreich verlassen und von der geschmähten Freiheit der Eng-länder Gebrauch machen. Nach der Wiedereinsetzung des Königssöhnte er sich mit dem Hofe wieder aus und lebte sodann in ehren-voller Zurückgezogenheit ganz seinen Studien. Noch in seinem acht-undachtzigsten Jahre gab er eine Uebersetzung Homers heraus; imeinundneunzigsten eine Cyclometrie.
Als Hobbes einst zu St. Germain an einem heftigen Fieber dar-niederlag, wurde Mersenne zu ihm geschickt, um zu sorgen, dassder berühmte Mann doch ja nicht ausserhalb der römischen Kirchesterben möchte. Als Mersenne eben die Macht der Kirche, Sündenzu vergeben, erklärt hatte, bat ihn Hobbes, ihm doch lieber zu sagen,wann er zuletzt Gassendi gesehen habe, und sofort wandte sich dasGespräch auf andere Dinge. Den Beistand eines englischen Bischofsdagegen nahm er sofort an unter der Bedingung, dass derselbe sichan die vorgeschriebenen Kirchengebete halte.
Hobbes naturphilosophische Ansichten sind theilweise zerstreutin seinen politischen Werken, namentlich aber in den beiden Schriftende homine und de corpore niedergelegt. Charakteristisch für seineDenkart ist schon im höchsten Grade seine Einleitung in die Philosophie.
„Die Menschen halten es heutzutage mit der Philosophie, wiein den ältesten Zeiten mit den Früchten des Feldes. Es wächstAlles wild und ohne Pflege noch Prüfung. Daher nähren sich dieMeisten herkömmlich von Eicheln, und wenn einmal einer eine fremdeBeere versucht, hat er meist Nachtheil für seine Gesundheit davon.So hält man auch meist die, welche mit der gewöhnlichen Erfahrungzufrieden sind, für klüger, als die, welche sich nach der Philosophiegelüsten lassen.“
Hobbes weist darauf hin, wie schwierig es ist,'einen eingewurzel-ten und durch das Ansehen redegewandter Schriftsteller noch befestigtenWahn aus dem Geiste der Menschen zu vertreiben; um so schwieriger,da die wahre Philosophie, d. li. die exacte, nicht nur die Schminkeder Schönrederei, sondern fast alle und jede Zier mit Absicht ver-schmäht, und da die ersten Grundlagen aller Philosophie niedrig undtrocken, fast hässlich sind.