Der Materialismus des siebzehnten Jahrhunderts.
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Die Philosophie definirt Hobbes sodann als:
„Die Erkenntniss der Wirkungen oder der Phänomeaus den Ursachen, und wiederum der Ursachen aus denbeobachteten Wirkungen vermittelst richtiger Schlüsse.“
Schliessen erklärt er aber ferner einfach als Rechnen (Perratiocinationem autem intellego computationem) und alles Rechnenführt er auf richtiges Addiren und Subtrahiren zurück. Also beruhtjeder Schluss auf Addition und Subtraction,
Es folgt schon aus dieser Definition, dass ihm die Worte nurwillkürlich gewählte Zeichen sind, welche einen Begriff vertreten, mitdem sie an sich nichts zu tlmn haben: sie sind Rechenpfennige, nichtwirkliche Münze. Für das Ziel oder den Zweck der Philosophie er-klärte Hobbes: dass wir die Wirkungen voraussehen und sieso zum Gebrauch im Leben verwenden können, d. h. er machtgeradezu die Philosophie der Industrie und Politik dienstbar undtreibt in diesem Punkte also nicht nur die Consequenz des wissen-schaftlichen Materialismus auf die Spitze, sondern er bahnt auchdirect eine Verbindung an zwischen dem besseren Materialismus desLebens und dem der Wissenschaft: eine Antecipation unserer Zeit,die gewiss auf England und seine frühe materielle Entwickelungmächtig zurückgewirkt hat, w r ie sie hinwiederum von dem angeborenenmaterialistischen Nationalgeist Englands getragen wurde.
Eine Folge dieser Begriffsbestimmung der Philosophie ist nunferner die, dass die Erkenntniss Gottes in dieselbe gar nicht hereingehört; denn wo nichts zu addiren oder zu subtrahiren ist, hört dasDenken auf. Zwar führt uns der Zusammenhang zwischen Ursacheund Wirkung darauf, einen letzten Grund aller Bewegung anzunehmen,ein erstes bewegendes Princip; allein die nähere Bestimmung seinesWesens bleibt etwas ganz undenkbares, dem Denken selbst wider-sprechendes, so dass die wirkliche Anerkennung und Erfüllung derIdee Gottes dem religiösen Glauben überlassen bleiben muss.
Die Blindheit und Gedankenlosigkeit des Glaubens ist in keinemSystem mit solcher Bestimmtheit ausgesprochen wie in diesem, obwohlBaco und auch Gassendi in mancher Beziehung sich auf ähnlichemWege befinden. Schaller bemerkt daher über die Art, wie Hobbessich zur Religion verhält, treffend: „Wie dies psychologisch möglichist, bleibt ebenfalls ein Geheimniss, so dass vor Allem erst an dieMöglichkeit eines solchen Glaubens geglaubt werden müsste.“ — Der
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