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Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart / von Friedrich Albert Lange
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Der Materialismus des siebzehnten Jahrhunderts.

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punkte aus zu höheren ethisch - politischen Grundanschauungen hättebringen können. Mit der Verwerfung des aristotelischen &äor noh-r m 6 v betritt er den Weg, der, in der Zusammenwirkung mit seinen son-stigen Grundsätzen nothwendig zu allen paradoxen Folgerungen leitenmuss. Gerade wegen dieser rücksichtslosen Consequenz ist Hobbes,selbst da, wo er irrt, so ausserordentlich aufklärend, und es dürftein der That kaum ein zweiter Schriftsteller zu nennen sein, der vonAnhängern aller Geistesrichtungen so einmüthig geschmäht wordenist, während er sie alle zu grösserer Klarheit und Bestimmtheitförderte.

Die ersten Gründer des Staates schliessen bei Hobbes so gutwie später bei Rousseau einen Vertrag; und in dieser Beziehung istseine Theorie durchaus revolutionär, da sie von ursprünglicher gött-licher Ordnung der Stände, angestammtem geheiligtem Thronrechtund dergleichen conservativen Schrullen gar nichts weiss. Hobbeshält die Monarchie für die beste Staatsform, doch glaubt er diesenSatz unter allen am wenigsten bewiesen zu haben. Auch die Erb-lichkeit der Monarchie ist eine blosse Einrichtung der Nützlichkeit;dass aber die Monarchie, wo sie besteht, absolut sein muss, folgteinfach aus der Forderung, dass überhaupt die Leitung des Staates,auch wo sie einer Gesellschaft oder Versammlung anvertraut ist, ab-solute Gewalt haben muss.

Sein egoistisches Menschengesindel hat nämlich gar nicht diemindeste Neigung von Natur, irgend eine Verfassung zu halten, oderGesetze zu beobachten. Nur die Furcht kann es dazu zwingen. Da-mit deshalb wenigstens die Masse gebändigt bleibt und der Krieg Allergegen Alle als schlimmstes Uebel vermieden wird, muss der Egoismusder Herrschenden die Gewalt haben, sich unbedingt geltend zumachen, damit der regellose und in seiner Gesammtsumme ungemeinviel schädlichere Egoismus aller Unterthanen niedergehalten werde.Die Regierung kann ohnehin nicht beschränkt werden; wenn sie dieVerfassung verletzt, müssten die Bürger ja, um erfolgreich Widerstandzu leisten, einander trauen, und das eben tliun die egoistischenBestien nicht; jeder Einzelne aber ist doch schwächer als die Re-gierung. Wozu deshalb die Umstände?

Dass jede Revolution, welche Macht hat, auch berechtigt ist,sobald es ihr gelingt, irgend eine neue Staatsgewalt herzustellen,folgt aus diesem System von selbst; der Spruch „Macht geht vorRecht“ ist als Trost der Tyrannen unnöthig, da Macht und Recht