Der Materialismus des siebzehnten Jahrhunderts.
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galt, aber als berechtigte Beschränktheit. Beide diese Männerlebten selbst einfach und rechtschaffen nach den gewöhnlichen Be-griffen ihrer Zeit.
Trotz dieses grossen Unterschiedes gehört der Materialismus dessiebzehnten Jahrhunderts mit den verwandten Bestrebungen bis aufdas Systeme de la nature hin in eine gemeinsame Kette, während dieGegenwart, obwohl auch zwischen De la Mettrie und Vogt oder Mo-leschott wieder gerade ein Jahrhundert liegt, durchaus einer geson-derten Betrachtung bedarf. Kants Philosophie und noch mehr diegrossen naturwissenschaftlichen Errungenschaften der letzten Jahr-zehnde fordern diese gesonderte Betrachtung, ja eine ganz ver-schiedene Behandlungsweise, ebenso entschieden vom Standpunkt dertheoretischen Wissenschaft, als anderseits ein Blick in die materiellenLebensverhältnisse und in die culturgeschichtlichen Zustände uns dazuveranlassen muss, die ganze Periode bis zur französischen Revolutionhin in ihrer innern Einheit aufzufassen.
Wenden wir zunächst unsern Blick auf den Staat und die bürger-liche Gesellschaft, so zeigt sich eine Analogie zwischen jenen beidenvergangenen Perioden, welche dieselben streng von der gegenwärtigenscheidet. Hobbes und Gassendi lebten an den Höfen oder inden aristokratischen Kreisen Englands und Frankreichs. De la Mettriebeschützt von Friedrich dem Grossen. Der Materialismus beidervergangenen Jahrhunderte fand seine Stütze in der weltlichen Aristo-kratie und seine verschiedene Stellung zur Kirche ist zum Theil be-dingt durch die verschiedene Stellung, welche die weltliche Aristo-kratie und die Höfe der Kirche gegenüber einnahmen. Der Materia-lismus unsrer Zeit hat dagegen eine durchaus volkstümliche Ten-denz ; er stützt sich auf nichts, als auf sein gutes Recht der Aus-sprechung einer Ueberzeugung und auf die Empfänglichkeit einesgrossen Publicums, dem die Resultate der Wissenschaft, vielfach ver-mengt mit materialistischen Lehren in möglichst handgreiflicher Formzugänglich gemacht werden. Um daher den immerhin bedeutungsvollenUebergang von dem Materialismus des siebzehnten auf den des acht-zehnten Jahrhundertes zu verstehen, müssen wir die Verhältnisse derhöheren Schichten der Gesellschaft und die Veränderungen, welchein denselben um diese Zeit vorgingen, ins Auge fassen.
Am auffallendsten war die eigentümliche Wendung aller Be-strebungen, welche in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahhundertseintrat, in England. Nach der Wiedereinsetzung des Königthums