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Erstes Buch. Dritter Abschnitt.
Von den beiden Hauptrichtungen des Materialismus, die wir wohlunter der Bezeichnung des Stratonischen und des Epikureischenschon aus dem Alterthum herleiten dürfen, huldigt der Ungenannte entschie-den der ersteren. Ueberhaupt schwindet die Annahme einer materiellen,aus feinen körperlichen Atomen bestehenden Seele in dieser Zeit immermehr. Während Gassendi in dieser Beziehung noch ganz auf demStandpunkte Epikurs steht, brachten die Engländer mehr die tiefereAnschauung auf, dass die Besonderheit des Seelenwesens nicht sowohlin der Beschaffenheit der einzelnen Atome, als vielmehr in der Mannig-faltigkeit ihrer Bewegungen zu suchen sei. Spuren dieser verschiednenRichtungen sind auch in den verwaschenen Formen des heutigenMaterialismus noch aufzufinden, insofern die Einen einen besondern„ Seelenäther “ für wahrscheinlich halten, während Andere dem chemischenStoffwechsel im Gehirn und Nervensystem die bewussten Functionendirect zuschreiben. — Der Urheber der materialistischen Briefe, welchernun einmal überhaupt von einer Seele nichts wissen will, verwirftden Epikureischen Standpunkt in folgenden Worten:
„Dass ich die Animam hominis vor ein materielles Wesen hättehalten sollen, darzu habe ich niemahlen können gebracht werden, obich gleich viele Disputes deswegen mit angehöret. Ich könte niemahlsbegreiffen, was vor Vortheil die Physic in hoc materia durch An-nehmung dieser Opinion hätte; am allerwenigsten aber wolte es sichin meinem Kopfe reimen, dass, da gleichwohl die andern Geschöpfe«also erschaffen, dass man den Effect, den sie von sich spüren lassenihrer von Gott darzu adaptirten Materie zuschreibet, der Mensch alleindieser Wohlthat sich nicht zu rühmen, sondern ganz iners, mortuus,inefficax u. s. f. sey, und dass man noch nötliig habe, etwas in denMenschen hinein zu stecken, welches nicht nur die Actiones, die denMenschen von andern Geschöpfen unterscheiden, zu verrichten capablewäre, sondern auch sogar das Leben mittheilen müsste.“
Dessenungeachtet hält der Verfasser es für zweckmässig, sichgegen den Vorwurf, er sei ein „ Mechanicus “, d. h. ein Materialist^zu vertheidigen. „Ich rede von keinem andern Mechanismo oder Dis-positione materiae, als demjenigen, der die formas Peripateticorumeinführet; und zwar, damit es nicht scheinet, als wenn ich eine neuePhilosophie aushecken wollte, so will ich mich hier lieber des Prae-judicii autoritatis beschuldigen lassen, und bekennen, dass mich Me-lanchthon (!) dazu bewogen hat, welcher sich des Wortes exaedifica-tionis' materiae (zur Erklärung der Form, d. h. für den Menschen der