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Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart / von Friedrich Albert Lange
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Der Materialismus des achtzehnten Jahrhunderts.

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terialistisch; sie sind es höchstens in dem Sinne, dass De la Mettriedas Gehirn denken lässt, allein auf Antrieb eines immateriellen, activenPrincips. Auch giebt er seinem Werk eine ziemlich metaphysischeEinleitung, in welcher die Begriffe der Materie, der Form, der Sub-stanz erörtert und ziemlich genau, in ihrer traditionellen aristotelischenBedeutung auseinandergesetzt werden. Dabei wird denn freilich her-vorgehoben, dass die Materie und das active Princip sich so durch-dringen, dass sie nur eine begriffliche Trennung zulassen, währendsie in der That ein und dasselbe Wesen, die Substanz der Dinge,bilden. Es schliesst sieh daran der Beweis, dass der Materie auch dieFähigkeit zu empfinden zukomme, liier ist der eingeschlagne Wegder, dass diese Ansicht als die ursprüngliche und natürliche nach-gewiesen wird, der gegenüber nur die Fehler der Neueren, besondersDescartes’, der sie bekämpft hatte, nachzuweisen sind. Das Verhältnisdes Menschen zum Thier, die grosse Blösse der Cartesianischen Phi-losophie, tritt dabei natürlich in den Vordergrund, und es wird Des-cartes gegenüber auf die vergleichende Anatomie hingewiesen. Daraufgeht De la Mettrie zu der Lehre von den substantiellen Formen über,und auch hier bewegt er sich noch in den überlieferten Begriffen.Er geht auf die Anschauung ein, dass wirklich erst die Formen dieDinge verwirklichen, weil dieselben ohne Form, d. h. ohne qualitativeBestimmtheit nicht das sind, was sie sind. Unter substantiellen Formenverstand man diejenigen Formen, welche die wesentlichen Eigenschaftender Körper bestimmen; unter accidentiellen die Formen der zufälligenModifieationen. In den lebenden Körpern haben die alten Philosophenmehrere Formen unterschieden: die vegetative Seele, die sensitive,und für den Menschen die rationale.

Alle Empfindungen kommen uns zu durch die Sinne, und diesestehen mit dem Gehirn, dem Ort der Empfindung, in Verbindung durchdie Nerven. In den Nervenröhrchen bewegt sich ein Fluidum, deresprit animal, Lebensgeist, dessen Dasein De la Mettrie als durchExperimente festgestellt ansieht. Es entsteht also keine Empfindung,wenn nicht eine Veränderung in ihrem Organe hervorgebraeht wird,durch welche die Lebensgeister afficirt werden, die alsdann der Seeledie Empfindung zuführen. Die Seele empfindet nicht an den Stellen,wo sie zu empfinden glaubt, sondern sie deutet die Qualität derEmpfindungen auf einen Ort ausserhalb. Dennoch können wir nichtwissen, ob jiicht die Substanz der Organe auch empfindet;allein dies kann nur ihr selbst bekannt sein, nicht dem