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Erstes Buch. Vierter Abschnitt.
keine andre Vorstellung daneben mehr Platz hat. Uebrigens ist dieganze Geschichte, welche so viel Aufsehen gemacht hat, was dieHauptsache betrifft, nämlich die Triiffelpastete, noch nicht einmal überden Zweifel erhaben. Friedrich der Grosse sagt über seinen Todnur: „Herr La Mettrie starb im Hause des Milord Tirconnel, des fran-zösischen Bevollmächtigten, dem er das Leben wieder gegeben hatte.Es scheint, dass die Krankheit, wohl wissend mit wem sie es zuthun hatte, die Geschicklichkeit besass, ihn zuerst beim Gehirn an-zupacken, um ihn desto sicherer umzubringen. Er zog sich ein hitzigesFieber mit heftigem Delirium zu. Der Kranke war gezwungen, zuder Wissenschaft seiner Collegen seine Zuflucht zu nehmen, und erfand darin nicht die Hülfe, welche er so oft, sowohl für sich als fürdas Publicum, in seinen eignen Kenntnissen gefunden hatte.“
II. Das System der Natur.
Wenn es in unserm Plane läge, den einzelnen Verzweigungenmaterialistischer Weltanschauung durch alle Windungen zu folgen, diegrössere oder geringere Consequenz der Denker und Schriftsteller zuprüfen, die bald dem Materialismus nur gelegentlich huldigen, baldsich in langsamer Entwickelung ihm mehr und mehr nähern, baldendlich entschieden materialistische Gesinnungen nur gleichsam widerWillen verrathen: so würde keine Epoche uns einen so reichenStoff bieten, als die zweite Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts,und kein Land würde in unserer Darstellung einen breiteren Raumeinnehmen, als Frankreich. Da ist vor Allen Diderot, der Mann vollGeist und Feuer, der in einem Leben voll rastloser Thätigkeit alsHaupt und Heerführer der Materialisten galt und dennoch nicht nureinen langen Entwickelungsgang brauchte, bevor er zu einem Stand-punkt gelangte, den man wirklich als Materialismus bezeichnen kann,sondern auch bis zum letzten Augenblick in einer Gährung blieb, dieihn nicht zur Abrundung und Klärung seiner Ansichten gelangen Hess.Diese edle Natur, welche alle Tugenden und Fehler des Idealisten insich hegte, vor allen Dingen den Eifer für das Wohl des Menschen,aufopfernde Freundesliebe und einen unerschütterlichen Glauben an dasGute, Schöne und Wahre und an die Vervollkommnung der Welt, aberauch die Neigung zur Selbsttäuschung und phantasievollen Uebertreibung