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Erstes Buch. Vierter Abschnitt.
ist, so hatte hier der lehrhafte Ernst des Huches gewiss seinen Antheilan der Entrüstung, der es begegnete; noch mehr bewirkte freilich dieZeit des Erscheinens im Verhältniss zu dem ganzen Stand der Geistes-thätigkeit beider Nationen. Frankreich näherte sich der Revolution,während man in Deutschland der Blilthenzeit der Literatur und Phi-losophie entgegenging.
Es war im Jahre 1770, als das Werk unter dem Titel: Systemede la nature, ou des lois du monde physique et du monde moral,angeblich in London, in Wirklichkeit aber in Amsterdam erschien.Es trug den Namen des seit zehn Jahren verstorbenen Mirabaud, undzum Ueberfluss noch eine kurze Skizze über das Leben und dieSchriften dieses Mannes, welcher Secretair der Academie gewesen war.Niemand glaubte an diese Autorschaft; aber merkwürdiger Weise er-rieth auch Niemand den wahren Ursprung des Buches, obwohl esaus dem eigentlichen Mittelpunkt des materialistischen Heerlagers her-vorgegangen war und im Grunde nur ein Glied in einer langen Ketteschriftstellerischer Erzeugnisse eines ebenso originellen als bedeutendenMannes bildete.
Paul Heinrich Dietrich von Holbach, ein reicher deutscher Baron,zu Heidelsheim in der Pfalz 1723 geboren, war schon in früher Jugendnach Paris gekommen und hatte gleich seinem Landsmanne Grimm,mit dem er eng befreundet war, sich ganz in die französische Nationalitäthineingelebt. Betrachtet man den Einfluss, den diese beiden Männerauf ihre Umgebung ausübten, und vergleicht man die Charaktere desheitern und geistreichen Kreises, der sich um Holbachs gastlichenHerd zu versammeln pflegte, so sieht man leicht, dass' den beidenDeutschen in den philosophischen Fragen, die hier erörtert wurden,eine tonangebende Rolle von Haus aus zuzuschreiben ist. Still, zähund unverwandt, wie selbstbewusste Steuerleute sitzen sie in diesemStrudel aufbrausender Talente. Mit der Rolle der Beobachter ver-binden sie, jeder in seiner Weise, einen tiefgreifenden Einfluss, derum so unwiderstehlicher ist, je unmerklicher er sich vollzieht. Hol-bach insbesondere schien fast nur der ewig gutmüthige und freigebigemaitre d’hötel der philosophischen Kreise, von dessen Humor undHerzensgüte Jeder eingenommen wurde, dessen Wohlthätigkeit, dessenhäusliche und gesellschaftliche Tugenden, dessen bescheidenen, schlichtenSinn inmitten des Ueberflusses man um so freier bewunderte, je mehrjedes Talent in seiner Nähe die vollste Anerkennung fand, ohne dassHolbach selbst auf irgend eine andere Rolle, als auf die des liebeus-