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Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart / von Friedrich Albert Lange
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Der Materialismus des achtzehnten Jahrhunderts.

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es soll nur gesagt sein, dass die betreffende Wirkung ein notli-wendiges Resultat der Eigenschaften eines der Wesen ist, die dasgrosse Ganze bilden, welches wir sehen.

In der Lehre von der Bewegung steht Holbach ganz auf derBasis, welche Toi and in der Abhandlung, die wir oben erwähnten,gelegt hat. Er definirt die Bewegung zwar schlecht, aber er behandeltsie allseitig und gründlich, jedoch ohne jedes Eingehen auf die ma-thematischen Theorien, wie denn überhaupt in dem ganzen Werk,gemäss seiner praktischen Absicht, das Positive und Specielle vorBetrachtungen und Abstractionen zurücktritt. —

Jedes Ding ist Vermöge seiner eigenthümlichen Natur auch zugewissen Bewegungen fähig. So sind unsre Sinne fähig, Eindrückevon gewissen Objecten zu empfangen. Von keinem Körper könnenwir etwas wissen, wenn er nicht direct oder indirect eine Veränderungin uns hervorbringt. Alle Bewegung, die wir wahrnehmen, versetztentweder einen ganzen Körper an einen andern Ort, oder sie findetzwischen den kleinsten Theilehen desselben Körpers statt und bringtStörungen oder Veränderungen hervor, die wir erst an den verändertenEigenschaften des Körpers bemerken. Bewegungen solcher Art liegenauch dem Wachsen der Pflanzen und Tliiere und der intellectuellenErregung des Menschen zu Grunde.

Uebertragen heissen die Bewegungen, wenn sie von Aussen einemKörper aufgenöthigt werden; selbständig, wenn die Ursache der Be-wegung in dem Körper selbst ist. Ilieher rechnet mau beim MenschenGehen, Sprechen, Denken, obwohl wir bei genauerer Betrachtungfinden können, dass es nach strengen Begriffen keine selbständigenBewegungen giebt. — Der menschliche Wille wird durch äussereUrsachen bestimmt.

Die Mittheilung der Bewegung von einem Körper auf den andernist nach nothwendigen Gesetzen geregelt. Alles im Universum istbeständig in Bewegung, und jede Ruhe ist nur scheinbar. Selbst das,was die Physiker nisus genannt haben, ist nur durch Bewegung zuerklären. Wenn ein 500 Pfund schwerer Stein auf der Erde ruht,so drückt er jeden Augenblick mit seinem ganzen Gewicht, undempfängt einen Gegendruck der Erde. Man dürfte nur die Hand da-zwischen legen, um zu sehen, wie der Stein Kraft genug entwickelt,um sie zu zerquetschen, trotz seiner scheinbaren Ruhe. Action istnie ohne Reaction. Die sogenannten todten und die leben-digen Kräfte sind daher von derselben Art und entwickeln

Lange, Geseh. d. Mat. 13