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Erstes Buch. Vierter Abschnitt.
Oberflächlichkeit und Leichtfertigkeit zu bezeichnen, mit welcher jeneviel bewunderten Philosophen die Grundlage ihrer Systeme in dasreine Nichts hineinstellten, llolbach sieht überall nur den Einflussder Theologie und' verkennt den metaphysischen Productionstriebvöllig, der doch ebenso tief in unserer Natur zu liegen scheint, alsbeispielsweise der Sinn für Architectur. „Es darf uns nicht über-raschen“, meint Holbach, „die ebenso scharfsinnigen als unbefriedigen-den Hypothesen zu sehen, zu denen die tiefsten Denker der Neuzeit,durch theologische Vorurtheile gezwungen, ihre Zuflucht nehmen müssen,so oft sie es versucht haben, die spirituelle Natur der Seele mit derphysischen Einwirkung stofflicher Wesen auf diese immaterielle Sub-stanz zu vereinigen und die Rückwirkung der Seele auf diese Wesen,sowie überhaupt ihre Vereinigung mit dem Körper, zu erklären.“ Nurein einziger Spiritualist macht ihm zu schaffen, und wir erkennendarin wieder die Fundamentalfrage, welcher unsere ganze Betrachtunguns immer näher führt. Es ist Berkley, der als Bischof der eng-lischen Kirche gewiss mehr als Descartes und Leibnitz von theolo-gischen Vorurtheilen geleitet war, der aber gleichwohl auf eine con-sequentere und vom Kirchenglauben gewiss weiter entfernte Weltan-schauung gerieth, als diese beiden.
„Was sollen wir von einem Berkley sagen, der sich Mühe giebt,uns zu beweisen, dass Alles in der Welt nur eine chimärische Täu-schung ist, und dass das Universum nur in uns selbst und in unsererPhantasie existirt, die das Dasein aller Dinge zweifelhaft macht mitHülfe von Sophismen, welche unlösbar sind für Alle, die an derSpiritualität der Seele festhalten?“ Wie diejenigen, welche nichtgerade auf das Festhalten der immateriellen Seele erpicht sind, mitBerkley fertig werden sollen, hat Holbach vergessen darzuthun, undin einer Anmerkung gesteht er, dass dies extravaganteste Systemauch am schwersten zu bekämpfen sei. Der Materialismus nimmthartnäckig die Welt des Sinnenscheins für die Welt der wirklichenDinge. Was hat er für Waffen gegen den, der diesen naiven Stand-punkt anficht? Sind die Dinge so wie sie scheinen? Sind sie über-haupt? Das sind Fragen, die in der Geschichte der Philosophieewig wiederkehren, und auf die erst die Gegenwart eine halbwegsgenügende Antwort geben kann, die sich denn freilich für keines vonbeiden Extremen entscheidet.
Vorzügliche und gewiss aufrichtige Sorgfalt wandte Holbach aufdie Grundlagen der Ethik. Wenn man versucht ist, sein Verhältniss