Der Materialismus des achtzehnten Jahrhunderts.
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die Kegierungsform ändern mul die Gewalt erweitern oder beschränkenkann, welche sie den Häuptern anvertraut, über die sie eine ewigeOberhoheit bewahrt, nach dem unabänderlichem Gesetz der Natur,welches den Theil dem Ganzen nnterordnet.“ Diese Stelle aus demKapitel (IX) über die Grundlagen der Moral und der Politik giebtdie allgemeine Regel; enthält nicht die folgende aus dem Kapitel überdie Willensfreiheit (XI) einen deutlichen Wink über die Anwendbarkeitderselben auf die Gegenwart? „Nur deshalb sehen wir eine solcheMenge von Verbrechen auf der Erde, weil Alles sich verschwört, dieMenschen verbrecherisch und lasterhaft zu machen. Ihre Religionen,ihre Regierungen, ihre Erziehung, die Beispiele, welche sie vor Augenhaben, treiben sie unwiderstehlich zum Bösen. Vergebens predigtdann die Moral die Tugend, die nur ein schmerzliches Opfer desGlücks sein würde, in Gesellschaften, wo das Laster und die Ver-brechen beständig gekrönt, gepriesen und belohnt werden, und wodie scheusslichsten Frevel nur an denen bestraft werden, welche zuschwach sind, um das Recht zu haben, sie ungestraft zu begehen.Uie Gesellschaft straft an den Geringen die Vergehungen, welche sie anden Grossen ehrt, und oft begeht sie die Ungerechtigkeit, den Todüber Rente zu verhängen, welche nur durch die vom Staate selbst auf-recht gehaltenen Vorurtheile ins Verbrechen gestürzt worden sind.“Was das System der Natur vor den meisten materialistischenSchriften auszeichnet, ist die Unumwundenheit, mit welcher der ganzezweite Theil des Werkes, der noch stärker ist als der erste, in vier-zehn weitläufigen Kapiteln den Gottesbegriff in jeder möglichenForm bekämpft. Fast die ganze materialistische Literatur des Alter-tlmms und der Neuzeit hatte diese Consequenz nur schüchtern odergar nicht zu ziehen gewagt. Selbst Lucrez, der die Befreiung desMenschen von den Fesseln der Religion für die wichtigste Grundlagesittlicher Wiedergeburt hält, lässt wenigstens gewisse Phantome vonGottheiten in den Zwischenräumen der Welten ein räthselhaftes Daseinführen. Hobbes, der dem offnen Atheismus theoretisch gewiss amnächsten stand, hätte in einem atheistischen Staate jeden Bürgerhängen lassen, welcher das Dasein Gottes lehrte; aber in Englandanerkannte er die sämmtlichen Glaubensartikel der anglikanischenKirche. De la Mettrie, der zwar mit der Sprache herausrückte, aberdoch nicht ohne Umschweife und Zweideutigkeiten, widmete sein ganzesStreben nur dem anthropologischen Materialismus; erst für Holbachscheinen gerade die kosmologischen Sätze die wichtigsten zu sein.