Die neuere Philosophie.
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auch die seelenvolle Stimme der Liebe und Weisheit ; wir sehen nichtnur Spiegelflächen und Farbengespenster, wir blicken auch in den Blickdes Menschen. Nicht nur Aeusserliches also, auch Innerliches, nichtnur Fleisch, auch Geist, nicht nur das Ding, auch das Ich ist Gegen-stand der Sinne. — Alles ist darum sinnlich wahrnehmbar, wenn auchnicht unmittelbar, so doch mittelbar, wenn auch nicht mit den pöbel-haften, rohen, doch mit den gebildeten Sinnen, wenn auch nicht mit denAugen des Anatomen oder Chemikers, doch mit den Augen des Philo-sophen.“
Hegel war es, der in Kunst, Religion und Philosophie das „Ab-solute“ fand. Ohne dieses Begriffs - Monstrum legitimiren zu wollen,dürfen wir doch bemerken, dass der von Feuerbach gerügte Wider-spruch nicht besteht. Das Ideale im Kopf der Juno Ludovisi liegt nichtim Marmor, sondern in der Form desselben; anthropologisch betrachtetnicht in den wahrgenommenen Schattirungen und Linien, nicht in denEmpfindungen der Sehnerven und der Augenmuskeln, sondern in demVerhältniss der Empfindungen, welches entsteht, wenn der Blick denLinien des schönen Objectes folgt. Dieses Verhältniss, die Form derEmpfindungsfolge ist vom Stoff der Empfindungen gar nicht unbedingtabhängig. Der erblindete Freund der Antike, der den Torso des Herkulesbetastete, weil die Augen ihm den früheren Genuss verweigerten, erhieltdenselben Eindruck des Idealen in einem andern Empfindungsstoff dar-gestellt, wie man z. B. die I-dee des Cölner Doms wenigstens theilweisedurch eine Zeichnung wiedergeben kann, die doch dem Stoff nach ganzetwas anderes ist, als die Trachytmassen des Drachenfels. So ist dennauch zum mindesten kein logischer Widerspruch darin, wenn man inunseren Ideen einen Inhalt finden will, der auch ganz unabhängig vonmenschlicher Sinnlichkeit überhaupt eine Bedeutung hat, und der sichin dieser nur darstellt, als in einem mehr oder weniger gleichgültigenMaterial. Dass wir uns dies ganz und gar nicht ausmalen oder irgend-wie speciell vorstellen können, hat mit der logischen Frage gar nichtszu schaffen.
Ist es nun nicht mit den geistigen Gefühlen, welche wir in den Em-pfindungen und unzertrennlich von ihnen erhalten, ganz ähnlich? Wirkönnen zwar nicht streng .beweisen, dass das geistig Bedeutsame inihnen auf einem mathematischen Verhältniss beruht, wie die Harmoniein der Musik; wir haben aber doch ein Recht, uns gegen jede andereAnnahme aufzulehnen und diese, als die wahrscheinlichste, festzu-halten.
Lange, (jeseh. tl. Mat.
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