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Zweites Buch. Erster Abschnitt.
allein auf dem schroffen und vollkommen klaren Standpunkt, dasswir von den Dingen an sich nur eins wissen, eben das eine, wasFeuerbach vernachlässigt hat, dass sie nämlich sind; d. h. dass diemenschliche Erkenntniss nur eine kleine Insel bildet in dem unge-heuren Ocean überhaupt möglicher Erkenntniss.
Feuerbach und seine Anhänger schwanken, eben weil sie diesenPunkt nicht beachten, beständig wieder in den transscendentalen Hege-lianismus zurück. Bei Feuerbachs „Sinnlichkeit“ wird es einem oftschwer, an Auge und Ohr zu denken, geschweige denn an den Ge-brauch dieser Organe in den exacten Wissenschaften. Seine Sinnlich-keit ist eine neue Form des absoluten Denkens, welche von der tliat-sächlichen Erfahrung gänzlich absieht. Dass er dessenungeachtetgerade auf einige Naturforscher einen so grossen Einfluss gewann,erklärt sich nicht aus der Natur der empirischen Wissenschaften, son-dern aus der Wirkung der Naturphilosophie auf das junge Deutsch-land.
Betrachten wir einen Augenblick diese Nachwehen der Geburtdes absoluten Geistes bei Moleschott!
Im Kreislauf des Lebens verbreitet sich dieser gewandte Schrift-steller auch über die Erkenntnissquellen des Menschen. Nacheinem höchst auffallenden Lobe des Aristoteles und einer Stelle über„Kant“, an welcher Moleschott ein Phantom dieses Namens mit Sätzenbekämpft, die der wirkliche Kant unbeschadet seines Systems zugebenkönnte, folgt die Stelle, welche wir im Auge haben. Sie beginnt mitmusterhafter Klarheit, um allmählig in einen metaphysischen Nebel über-zugehen, der selbst in unserm nebelreichen Vaterlande seines Gleichensucht. Unserm Zweck entsprechend, wollen wir die finstersten Nebel-massen durch gesperrte Schrift kenntlich machen und einige Bemer-kungen iii Klammern beifügen.
„Alle Thatsachen, jede Beobachtung einer Blume, eines Käfers,die Entdeckung einer Welt und das Belauschen der Eigenheiten desMenschen, was sind sie denn anderes, als Verhältnisse der Gegen-stände zu unseren Sinnen? Wenn ein Räderthier ein Auge besitzt,das nur aus einer Hornhaut besteht, wird es nicht andere Bilder vonden Gegenständen aufnehmen als die Spinne, die auch Linse und Glas-körper aufzuweisen hat? Darum ist das Wissen des Insects, die Kennt-niss der Wirkungen der Aussenwelt für das Insect auch eine andere,-als für den Menschen. Ueber die Kenntniss jener Beziehungen zuden Werkzeugen seiner Auffassung erhebt sich kein Mensch und kein