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Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart / von Friedrich Albert Lange
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307
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Die neuere Philosophie.

307

Gott.“ (So weit Alles trefflich, nur die drei letzten Worte sindPhrase).

„Also wissen wir freilich Alles für uns, wir wissen, wie dieSonne scheint für uns, wie die Blume duftet für die Menschen, wiedie Schwingungen der Luft ein Menschenohr berühren. Man hat diesein beschränktes Wissen genannt, ein menschliches Wissen, bedingtdurch die Sinne, ein Wissen, das den Baum nur beobachtet, wie erfür uns ist. Das ist wenig, liiess es, man muss wissen, wie derBaum an sich ist, um nicht länger zu wähnen, er sei so, wie er unsscheint.“ (Der letzte Satz spielt auf die Naturphilosophie an, welcheMoleschott geläufig ist. In der gesunderen Philosophie war seit Kantvon einer solchen Forderung nicht mehr die Rede).

„Wo ist denn aber der Baum an sich, den man suchte? Setztnicht jedes Wissen einen Wissenden voraus, also ein Verhältniss vondem Gegenstände zum Beobachter?“ (Der Zusammenhang beider Sätzezeigt den Naturphilosophen. Nach Kant bezieht sich unser Wisseneben nicht auf den Baum an sich, sondern auf den Baum, wie erin der Naturwissenschaft erscheint). „Der Beobachter sei Wurm, Käfer,Mensch, wenn es Engel giebt, er sei ein Engel. Wenn Beide sind, derBaum und der Mensch, so ist es für den Baum so nothwendig,wie für den Menschen, dass er zu diesem in einer Beziehungsteht, die sich eben kund giebt durch den Eindruck aufdas Auge. Ohne ein Verhältniss zu dem Auge in das erseine Strahlen sendet, ist der Baum nicht da. Gerade durchdieses Verhältniss ist der Baum für sich.“

* „Alles Sein ist ein Sein durch Eigenschaften. Aber es giebtkeine Eigenschaft, die nicht bloss durch ein Verhältnissbesteht.“

„Der Stahl ist hart im Gegensatz zur weichen Butter. KaltesEis kennt nur die warme Hand, grüne Bäume, ein gesundes Auge.“

„Oder ist grün etwas Anderes als ein Verhältniss des Lichts zuunserem Auge. Und wenn es nichts Anderes ist, ist dann das grüneBlatt nicht für sich, eben deshalb, weil es für unser Augegrün ist?“

„Dann aber ist die Scheidewand durchbrochen zwischendem Ding für uns und dem Ding an sich. Weil ein Gegen-stand nur ist durch seine Beziehung zu anderen Gegen-ständen, zum.Beispiel durch sein Verhältniss zum Be-

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