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Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart / von Friedrich Albert Lange
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Zweites Buch. Erster Abschnitt.

obachter, weil das Wissen vom Gegenstand aufgeht in der Kennt-niss jener Beziehungen, so ist all unser Wissen ein gegenständlichesWissen.“

Hier giebt nur der letzte Theil des Schlusssatzes wieder einen ge-sunden Sinn. Allerdings ist all unser Wissen ein gegenständliches Wis-sen, denn es bezieht sich auf Gegenstände. Ja, noch mehr: wir müssenannehmen, dass die Beziehungen des Gegenstandes zu unseren Sinnendurch strenge Gesetze geregelt sind. Wir stehen durch die sinnlicheempirische Erkenntniss zu den Gegenständen in einer so vollkomme-nen Beziehung, als sie unsere Natur erlaubt. Was brauchen wir weiter,um diese Erkenntniss gegenständlich zu nennen? Allein, ob wir dieGegenstände so wahrnehmen, wie sie an sich sind, ist eine ganzandere Frage.

Nun sehe man sich die gesperrt gedruckten'Stellen an und fragesich, an welcher Stelle des philosophischen Urwaldes befinden wir uns?Sind wir bei den extremsten Idealisten, welche überhaupt nicht an-nehmen, dass unseren Vorstellungen von den Dingen irgend etwasausser uns entspricht? Ist der Baum wirklich aus der Welt, wennich das Auge zudrücke? Giebt es gar keine Welt ausser mir? —Oder sind wir bei den pantheistischen Schwärmern, welche sich ein-bildeten, dass der menschliche Geist das Absolute fassen kann? Istdas grüne Blatt eben deshalb an und für sich grün, weil es auf dasmenschliche Auge diesen Eindruck macht; während Spinnen-, Käfer-oder Engel-Augen minder maassgebend sind? — In der That wird eswenig philosophische Systeme geben, welche nicht in jenen Sätzen

eher gefunden werden können, als der Materialismus. Und wie steht

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es denn um die Begründung jener Orakel?

Weil nur der Gegensatz zu unserer Blutwärme uns das Eis kaltnennen lässt, besteht deshalb keine bestimmte, von jedem Gefühl un-abhängige Beschaffenheit jenes Körpers, nach welcher er mit seinerUmgebung — einerlei, ob diese empfindet oder nicht — in einen be-stimmten Austausch von Wärmestrahlen tritt? Und, wenn dieser Aus-tausch wesentlich von der Temperatur und andern Eigenschaften derumgebenden Körper abhängt, hängt er dann nicht auch gleichzeitigvon dem Eise ab? Ist diejenige Beschaffenheit, wodurch das Eis mitdieser Umgebung diesen, mit jener einen andern Austausch von Wärme-strahlen eingeht, nicht eben eine Eigenschaft, welche dem Eis an sichzukommt? Unserm Gefühl bringt diese Eigenschaft regelmässig denEindruck des Kalten hervor. Wir bezeichnen sie nach dem Eindruck