Die neuere Philosophie.
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Uebersinnlichen zu Wege bringt, warum sollte sich nicht durch Fort-setzung dieses Verfahrens ein neuer Fortschritt erzielen lassen?Lotze hat die Lebenskraft beseitigt; warum sollte man nicht alletransscendenten Kräfte und Wesen beseitigen können?
Da aber die Darstellung des Sensualismus durchaus nicht induc-tiv, sondern deductiv verfährt, so kann jene Induction auch nichtwohl die eigentliche Grundlage des Systems bilden; sie war nur dieVeranlassung. Die Grundlage liegt in der Ethik, oder vielmehr indem mehrfach erwähnten categorischen Imperativ: Begntige dichmit der gegebnen Welt.
Es ist dem Materialismus eigen, dass er seine Sittenlehreganz ohne solchen Imperativ zu Stande zu bringen weiss, währenddie Naturphilosophie einen practischen Satz zur Stütze hat. Sohatte schon Epikur eine Sittenlehre, welche sich auf den Zug derNatur selbst stützte, während er die Reinigung der Seele vom Aber-glauben durch die Naturerkenntniss in die Form eines sittlichen Ge-botes brachte.
Czolbe leitet die Sittlichkeit aus dem Wohlwollen ab, welchessich im Verkehr des Menschen mit dem Menschen mit Naturnoth-wendigkeit entwickelt. Das Princip der Ausschliessung des Ueber-sinnlichen aber hat einen bestimmten sittlichen Zweck.
Hier wurzelt die Anschauung unseres Philosophen sehr tief, obwohler sie meist nur mit schlichten, sogar unzulänglichen Ausdrücken vorträgt,oder sich auf irgend einen Gewährsmann beruft. Durch unsere ganzeZeit geht der Grundzug der Erwartung einer grossartigen und funda-mentalen, wenn auch vielleicht still und friedlich sich vollziehendenReform aller Anschauungen und Verhältnisse. Man fühlt, dass dieWeltperiode des Mittelalters erst jetzt sich dem Ende zuneigt, unddass die Reformation, und selbst die französische Revolution, viel-leicht nur Dämmerungsstrahlen eines neuen Lichtes sind. In Deutsch-land vereinigte sich die Wirkung unserer grossen Dichter mit den po-litischen, kirchlichen und socialen Bestrebungen der Zeit, um solchenStimmungen und Ansichten Vorschub zu leisten. Das Stichwort abergab, wie in so mancher Beziehung, die Hegelsche Philosophie durchdie Forderung der Einheit von Natur und Geist, welche in der langenPeriode des Materialismus im schroffen Gegensätze erschienen waren.Schon Fichte hatte es gewagt, die im neuen Testament verhiesseneAusgiessung des heiligen Geistes mit derselben Kühnheit nach demLicht seiner Zeit umzudeuten, mit welcher Christus und die Apostel