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Zweites Buch. Zweiter Abschnitt.
weitem nicht die Schlimmsten, und mancher angesehene Specialforscherübertrifft sie ausserordentlich im Missbrauch allgemeiner Begriffe.
Vieles muss man übrigens bei unsern Materialisten auch der theo-logischen — oder wenn man will der atheologischen — Tendenz zu gutehalten. Sie kämpfen fast überall gegen die roheste Orthodoxie, die sieselbst da voraussetzen, wo keine Spur davon vorhanden ist. In solchemKampfe bedarf es leichter Truppen. Wir wollen damit nicht sagen, dassder Zweck das Mittel heiligt, sondern dass der Zweck die Verantwortungfür das Mittel ebenfalls tragen muss. Den Zweck selbst, die Beseitigungder Religion, werden wir später mit möglichster Berücksichtigung unse-rer sämmtlichen Zeitverhältnisse der Kritik unterwerfen. Hier wollen wirnur bemerken, dass die gehaltlose Glauberei der Massen allerdings durchdie oberflächlichsten Betrachtungen am leichtesten umgeworfen wird,weil nur diese, ihrer gefälligen Unklarheit wegen, „verstanden“ d. h.geistig assimilirt werden. Bei den entschiedenen Tendenzschriften darfman daher das Conto der Wissenschaftlichkeit des Autors einigermassenentlasten und sich an den Werth der Tendenz selbst halten.
Schlimmer ist es daher, wenn man die schädlichen Spuren jenesDilettantismus bei Männern findet, welche nicht nur in ihrer speciellenWissenschaft sehr hoch stehen, sondern auch sich im Ganzen über demNiveau jener halb-philosophischen Tagesfragen zu halten suchen. Hieraber grade lohnt es sich auch, sie ein wenig zu verfolgen.
Kaum können die Materialisten sich schärfer gegen die Idealphilo-sophie, die Alterthumsstudien und verwandte Bestrebungen aussprechen,als dies der berühmte Botaniker Hugo von Mo hl gethan hat in einerRede, welche die Errichtung einer naturwissenschaftlichen Fa-cultät an der Universität Tübingen feiert.
DieThatsache selbst, welche diese Rede veranlasste, gehört einiger-massen in den Kreis unserer Betrachtungen. Der Umstand, dass dieSchwaben nun eine Facultät mehr haben, als das übrige Deutschland,könnte an und für sich höchst gleichgültig scheinen, da das Facultäts-wesen, wie es besteht, jedenfalls kein Muster ist. Betrachtet man aberdiese neue naturwissenschaftliche Facultät im Lichte der Gründe, dieMohl für ihre Errichtung angiebt, so sehen wir, dass der Radicalismusin Beziehung auf die philosophisch-historische Bildung bei dieser an-geblich so wichtigen Schöpfung eine grosse Rolle spielt.
Die alten Facultäten bildeten sich ziemlich schnell nach dem Ent-stehen der Universität Paris, deren Einrichtungen für Deutschland