Die neueren Naturwissenschaften.
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Resultat als Dogma aufzustellen. In Beziehung auf die empirische Wissen-schaft selbst kann der Philosoph als unbefangener Beobachter und Kennerder Methoden nur strenger sein, als der Forscher selbst. Denn da Meta-physik ein allgemeines Bedürfhiss des menschlichen Geistes ist, so sindfast alle unsereForscher irgendwo und irgendwieMetaphysi-ker wider Willen. Sie verwechseln alsdann Thatsachen und Hypothe-sen, Erfahrungen und Vermuthungen, einheitliche Gesichtspunkte derBetrachtung und bewährte Theorien. Selten wird man, namentlich inDeutschland finden, dass ein Naturforscher darin so streng verfährt, wiees der Philosoph und der ihm geistesverwandte Mathematiker fordernmüssen. Bei den Männern aber, welche in dieser Beziehung den höch-sten Anforderungen gerecht werden: einem Helmholtz, Humboldtund anderen Classikern der exacten Wissenschaften, wird man dieunnütze Philosophenfurcht nicht finden; freilich eben so wenig Freudean dem gegenwärtigen Zustand der Weltweisheit in unserem Vater-lande.
Der Gipfel des Missverständnisses liegt endlich klar vor uns ineinem Worte von Mohls, welches wir ganz mittheilen, weil es ausspricht,was Viele denken und weil es einen Quell des sporadischen Materialis-mus enthält, dem wir hier auf vielfach verschlungenen Pfaden nachgehnmüssen.
„Die tiefe Kluft zwischen Naturforschung und Philosophie wird beider Unendlichkeit der Natur wohl nie ausgefüllt werden. Der Natur-forscher steht seinem wissenschaftlichen Object immer als ein Lernendergegenüber, der Philosoph geht dagegen bei seiner Behandlung derWissenschaft nothwendiger Weise von der Ueberzeugung aus, dass erEinsicht in die grössten Tiefen derselben besitzt, dass er die letztenGründe klar erfasst hat und aus denselben die Verhältnisse des Ein-zelnen zu entwickeln im Stande ist. Dieser verschiedene Standpunkt, aufdem beide stehen, giebt nicht nur der Behandlung ihrer Wissenschafteneine ganz verschiedene Richtung, sondern erzeugt eine so verschiedeneAnschauungsweise, dass häufig ein gegenseitiges Verständnissgeradezu unmöglich wird und dass beide verlangen müssen, sieauf ihrem Wege ungestört gehen zu lassen, auf ähnliche Weise, wieder Philosoph vom Theologen verlangen muss, dass er bei seinenUntersuchungen auf die Dogmen des letzteren keine Rücksicht zunehmen habe.“
Ein sonderbares Durcheinander von Begriffen! Da ganz ähnlicheConglomerate aber heutzutage und namentlich in den Grenzgebieten des