Die neueren Naturwissenschaften.
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des Glaubens an einen erkennbaren Urgrund der Dinge gefundenwurden!
Was schon der Schulknabe mit einigem Bewusstsein thut, wenner 3 : 13 dividirt und nicht ohne Beachtung des Restes einstweilen4 als Quotient nimmt: das thut die Naturwissenschaft im grossenGanzen noch immer mit naivem Glauben an das einstweilige Resultat,und der stärkste Ausdruck dieses Glaubens ist der Materialismus.Man findet noch immer die schönsten Dinge, indem man den Steinder Weisen sucht.
Es würde ungerecht sein, von diesem Thema zu scheiden, ohnedie ausdrückliche Anerkennung der Arbeiten auszusprechen, welchegerade auf dem Gebiete der Naturwissenschaften einer geschichtlichenErfassung des Gegenstandes gewidmet wurden. Cuvier in Frank-reich, Whewell in England suchten die Geschichte der Naturwissen-schaften umfassend darzustellen; Alexander von Humboldt gabgleichsam die Quintessenz seiner tiefen geschichtlichen Studien überdie Beziehung des Menschen zur Natur im zweiten Bande seinesKosmos. Höfer, Thomson und vorzüglich Kopp bearbeiteten dieGeschichte der Chemie. Die Medicin erhielt durch Sprengels um-fassende Arbeit eine ausführliche historische Darstellung; Haeser,Choulant und Andre machten sich um ihre Geschichte verdient; fastjeder Zweig der Naturwissenschaften hat seinen besondern Historio-graphen. ln manchem ist es sogar Sitte, wie besonders in derPhysik, die einzelnen Lehrsätze stets geschichtlich zu entwickeln undzu den Errungenschaften gegenwärtiger Forscher die minder voll-kommenen Versuche ihrer Vorgänger zu gesellen, so dass fast jedesLehrbuch zugleich den Charakter einer Geschichte der Wissenschaft trägt.
Freilich zeigt uns auch gerade die geschichtliche Behandlungder physikalischen Lehren eine Quelle des grossen Mangels. Wirhaben in ihr eine Geschichte des Experimentes, des Satzes; alleinnicht die Geschichte der Idee, welche das Experiment ver-anlasste. Einzelne rein äusserlich aufgegriffene Züge, wie New-tons Apfelfall und Galileis Kronleuchter bilden nur den erhellen-den Gegensatz zu dem, was wir haben sollten: zu einem Einblickin das gesammte geistige Leben der Forscher im Zusam-menhang mit den Ideen und Kämpfen ihrer Zeit. Daswürde uns auf diesem Gebiet wie auf andern darüber aufklären,wie Wahrheit und Irrthum in ewigem Process mit einander ringenund wieder mit einander verschmelzen, und wie die reine Wahrheit,
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