Die neueren Naturwissenschaften.
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Hält man diese Thatsache sorgfältig fest, während mau ander-seits Liebigs Lob der wackern Alchemisten vernimmt, deren Leistun-gen kühn den grössten Entdeckungen unsres Jahrhunderts an die Seitegestellt werden können: dann ergiebt sich aus dieser Betrachtungein einfacher, unscheinbarer und doch folgenschwerer Satz.
Es ergiebt sich nämlich, dass auf Grund einer durch und durchunrichtigen, selbst mystisch gefärbten Theorie grosse und bleibendeEntdeckungen von Thatsachen gemacht werden können.
Daraus dürfte folgen, dass die werthvollsten und sicherstenthatsächlichen Entdeckungen nichts für die Richtigkeit der Theoriebeweisen, auf deren Grund sie gewonnen wurden.
Diesen Satz zugeben ist leicht; ihn immer im Gedächtniss ha-ben ist eine Frucht der geschichtlichen Bildung. Man kann ver-bringen, dass denn doch das Verhältniss der gelungenen Entdeckun-gen zu der aufgewandten Mühe durch die Richtigkeit der Theoriebedingt wird; allein hier handelt es sich nur um eine relative Rich-tigkeit. Bei Lichte besehen ist diese aber nur die möglichst günstigeZusammenfassung der Thatsachen. Welche Zusammenfassung derThatsachen aber möglichst förderlich für den Fortschritt in derAuffindung fernerer Thatsachen ist, das hängt eben so sehr vomjedesmaligen Culturzustande des Volkes ab, als von derNatur des Stoffes. Ist die Theorie gar zu fremdartig, so fasst siekeinen Boden; liegt sie ganz innerhalb des allgemeinen Vorurtheils,so hat sie kein bewegendes Princip. — Die streng mathematischenTheile der Theorieeu fallen natürlich nicht unter diese Betrachtungs-weise; es ist aber auch niemals, selbst in der Astronomie nicht,eine Theorie ganz und gar mathematisch. Immer wird sie Elementeenthalten, welche den erheblichsten Zweifeln unterliegen, ja, derenganze Bedeutung nur eine vorübergehende ist, obwohl die prakti-schen Resultate der Theorie nichts zu wünschen übrig lassen. Wasaber für die Theorieen gilt, gilt natürlich auch für die Hypothesen,die im günstigsten Falle als qualificirte Bewerber um den Rangeiner Theorie zu betrachten sind.
Was aus diesen Betrachtungen gegen unsre Materalistenfolgt, ergiebt sich von selbst; sehen wir aber auch zu, was für siefolgt! Es kann natürlich nur die Negation der Behauptungen ihrerGegner sein.
Zunächst eine Genugthuung für Czolbe! — Liebigs Ausfallgegen die Materialisten (23. Brief) enthält folgenden Spruch: „Die