Die neueren Naturwissenschaften.
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ben uns auch allenfalls auf den Antrieb der Geologen zu Millionen.Ja, seit uns die Astronomen gelehrt haben, räumliche Entfernungennach Billionen von Meilen uns zu denken, mögen denn auch fürdie Bildung der Erde Billionen von Jahren angenommen werden,obwohl es uns schon etwas phantastisch däucht, weil wir nicht,wie bei der Astronomie, durch Rechnung zu solchen Annah-men gezwungen sind. Hinter diesen Zahlen, dem Aeussersten, wozuwir uns zu erheben pflegen, kommt dann die Unendlichkeit, dieEwigkeit. Hier sind wir wieder in unserm Element; namentlichdie absolute Ewigkeit ist uns von der Elementarschule her ein sehrgeläufiger Begriff, obschon wir längst darüber im Klaren sind, dasswir sie uns nicht eigentlich vorstellen können. Was zwischen derBillion, oder .Quadrillion und der Ewigkeit liegt, dünkt uns ein fa-belhaftes Gebiet, in welches sich nur die ausschweifendste Phantasieverirrt. Und doch muss uns gerade das strengste Verstandesurtheilsagen, dass a priori und bevor die Erfahrung einen Spruch getban,die grösste Zahl für das Alter der Organismen, welche ein Mensch an-nehmen mag, nicht im mindesten wahrscheinlicher ist, als irgend einebeliebige Potenz dieser Zahl. Es würde nicht einmal eine richtigemethodische Maxime sein, so lange möglichst kleine Zahlen anzuneh-men, bis eine grössere durch Erfahrungsthatsachen wahrscheinlichgemacht wird. Eher noch umgekehrt, da gerade bei sehr grossenund sehr langsamen Veränderungen das eigentliche Problem darinsteckt,, eine Vorstellung darüber zu gewinnen, mit wie vielen Jahrendie Naturkräfte wohl ausreichen mochten, um sie zu vollziehen.Je niedriger die Annahme, desto bündiger müssen die Beweise sein,da der kürzere Zeitraum a priori der minder wahrscheinliche ist»Mit einem Wort: der Beweis muss für das Minimum geführt wer-den, und nicht, wie das Vorurtheil annimmt, für das Maximum.Die Scheu vor den grossen Zahlen ist also ja nicht zu verwechselnmit der Scheu vor kühnen oder zahlreichen Hypothesen. Die Hypo-these des allmähligen Entstehens mag vielleicht aus andern Gründenkühn oder ungerechtfertigt erscheinen; die Grösse der Zahlenmacht sie nicht um das mindeste gewagter.
• Nicht minder unkritisch wird Liebig, wenn er die kategorischeBehauptung ausspricht: „Nie wird es der Chemie gelingen, eine Zelle,eine Muskelfaser, einen Nerv, mit einem Worte einen der wirklichorganischen, mit vitalen Eigenschaften begabten Theile des Organis-mus oder gar diesen selbst in ihrem Laboratorium darzustellen.“