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Zweites Buch. Zweiter Abschnitt.
Wissenschaften unschädlich gemacht, dass man es in die metaphy-sischen Anfangsgründe der Naturwissenschaften zurückschob und esdort möglichst unbeachtet ruhen liess. Der zunehmende Relativis-mus brachte es bald mit sich, dass man es für den Fortschritt der
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Wissenschaften nicht mehr für erforderlich hielt, einei^ völlig befrie-digenden Anfangspunkt zu haben. Wenn man nur überhaupt einenfesten Punkt hatte, von welchem man fortschreiten konnte. Die ab-solute Grundlage liess man dem Metaphysiker; der Naturforscher hieltsich an die relative. Eine solche bot das Gravitationsgesetz, andessen transscendente Seite man sich gewöhnte, indem man dieempirische allein beachtete. So kommt es, dass es heutzutage wirk-lich einer besondern Besinnung bedarf, um das Widersinnige in derAnnahme zu empfinden, dass die Erde ihre Bewegungsform ändert,wenn ein anderer Himmelskörper seine Lage im Raume wechselt,ohne dass zwischen beiden Körpern ein materielles Band waltet,welches diese Bewegungsveränderung vermittelt.
Der Chemie war nunmehr geholfen. Newton selbst nimmtauch für die kleinsten Tlieile der Materie anziehende Kräfte an, underklärt sich nur deshalb gegen die Identität von Chemismus undGravitation, weit er für die Abhängigkeit der Kraft von der Entfer-nung dort ein andres Verhältniss vermuthet als hier. Im Anfängedes 18. Jahrhunderts war man bereits im sichern Fahrwasser. Buffonhielt chemische Anziehung und Gravitation für identisch. Boer-have, einer der klarsten Köpfe des Jahrhunderts, kehrte zu der(fitlla des Empedokles zurück und behauptete ausdrücklich, dass diechemischen Vorgänge nicht durch mechanischen Stoss, sonderndurch einen Trieb nach Verbindung — so erklärt er den Aus-druck „amicitia“ — hervorgerufen würden. Unter diesen Umständendurfte sich auch die affinitas der Scholastiker wieder hervorwagen.Nur freilich musste die etymologische Bedeutung des Ausdrucks auf-gegeben werden. Die „Verwandtschaft“ blieb ein blosser Name, dennan die Stelle der auf Gleichartigkeit beruhenden Neigung sah manvielmehr ein Streben zur Vereinigung treten, welches auf Gegen-sätzen zu beruhen schien.
„Im Anfänge des 18. Jahrhunderts,“ sagt Kopp, „erhoben sichnoch Viele, namentlich die Physiker jener Zeit, gegen diesen Aus-druck, indem sie in dem Gebrauch desselben die Anerkennung einerneuen vis occulta fürchteten. In Frankreich besonders waltete zudieser Zeit Abneigung gegen den Ausdruck „Affinität“ vor, und