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Zweites Buch. Zweiter Abschnitt.
Kekule auf S. 58 seines Lehrbuchs der organischen Chemie zusammen-stellt, können in der That kein besondres Vertrauen in die Reichhaltig-keit der bisherigen Hypothesen erwecken. Dass sie dessen ungeachtetin der Erforschung der Thatsachen treffliche Dienste thun, hat. damitwenig zu schaffen, denn wir wissen bereits hinlänglich, dass dies jedeHypothese timt, wenn sie eine einfache Uebersicht der in jeder Periodeermittelten Thatsachen gestattet. Nicht nur als Hypothese kann dieAtomistik werthvoll sein, sondern selbst als blosse mathematischeFiktion behufs Aufstellung einer Differential-Gleichung. Doch sehenwir zunächst zu, was die Physiker und Mathematiker aus der Atomistikgemacht haben.
Zunächst warfen sie natürlich den Begriff der absoluten Untlieil-barkeit weg, da sie in ihrer Wissenschaft überhaupt nichts Absolutesbrauchen können. Es genügt der Physik, wenn sie Atome hat, vonderen etwaiger weiterer Theilbarkeit abgesehen wird, Körperchen,welche sich zu diesem aus ihnen gebildeten Weltganzen, soweit unsreForschung reichen kann, als Atome verhalten, welche relativAtome sind. Dieser Relativismus des Atombegriffs wurde dadurchnur noch mehr gefördert, dass man sich bald genötliigt sah, um dieLicht- und Wärmeerscheinungen zu erklären, neben den eigentlichenKörperatomen noch Aetheratome anzunehmen, welche nach einigenAuffassungen ungleich kleiner sein müssen als die Körperatome, ja,welche vielleicht gar keine Ausdehnung haben.
In der That musste der streng ordnende Sinn der Franzosen zu-nächst darauf führen, die Ausdehnung überhaupt den Atomenabzusprechen. Seit die Atome und Moleküle nicht mehr, wie beiGassendi, wie in Descartes Wirbeltheorie durch ihre ausgedehnteMasse direkt aufeinander wirkten, sondern durch rein intellektuelleKräfte alle Wirkungen ausiibteil, die ihnen überhaupt zufielen, wurdedas Atom selbst, als kleinstes, nach Analogie der sichtbaren Körpervorgestelltes Massentheilchen im Grunde überflüssig. War doch alleWirkung, sogar die Wirkung auf unsre Sinne, vermittelt durch dieunsinnliche, im leeren Raum construirte Kraft. Das kleine Körperchenwar eine hohle Ueberlieferung geworden. Man hält es nocli fest wegender Aelinlichkeit 'mit den zusammengesetzten Körpern, die wir sehenund die wir mit den Händen fassen können. Diese Greifbarkeit schienden Elementen des Sinnlichen zu gebühren, weil sie dem wirklich Sinn-lichen zukommt. Bei Lichte besehen wird ja aber selbst das Greifenund Fassen, geschweige denn Sehen und Hören nach der neueren