Die neueren Naturwissenschaften.
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aus seiner Rechnung wegzulassen, kann nichts Bedenkliches dabeifinden.
Aber das Ding muss doch irgendwo ein Ende haben, sagt dergesunde Menschenverstand. Gut, es ist aber kein andrer Fall, alshei allem Unendlichen. Die Wissenschaft führt uns auf den . Begriffdes Unendlichen; das natürliche Gefühl sträubt sich dagegen. Woraufdies Sträuben beruht, ist schwer zu sagen. Kant würde es den Ein-heitsbestrebungen der Vernunft zuschreiben, welche mit dem Ver-stände in Widerspruch gerathen. Aber dies sind nur Namen füreine unerklärte Thatsache. Der Mensch hat nicht zwei verschiedneOrgane, Verstand und Vernunft, die sich verhielten, wie Auge undOhr. Es ist aber gewiss, dass Urtheil und Schlussfolgerung unsimmer von einem Glied zum andern und zuletzt ins Unendlicheführen, während wir ein Bedürfniss des Abschlusses empfinden, wel-ches mit den endlosen Folgerungen in Widerspruch geräth.
Büchner lässt in seiner Schrift über Natur und Geist den philo-sophischen Wilhelm ■— der natürlich ein Einfaltspinsel ist — die Ideeder Theilbarkeit ins Unendliche vertreten. August aber, der etwasvon den Naturwissenschaften versteht, antwortet ihm darauf mit fol-gendem Orakelspruch:
„Du quälst dich mit Schwierigkeiten, welche mehr speculativerals thatsächlicher Art sind.“ (Nämlich in einer Unterhaltung, welcheganz und gar speculativ ist.) „Sind wir ausser Stande, uns in Ge-danken an die letzte Stelle hinzuversetzen, an welcher die Materienicht mehr theilbar wird, so muss sie doch irgendwo ein Endehaben.“ Es geht in der That nichts über einen kräftigen Glauben!„Eine unendliche Theilbarkeit annehmen, ist ungereimt; es heisst soviel als nichts annehmen und die Existenz der Materie überhaupt inZweifel ziehen — eine Existenz, welche zuletzt kein Unbefangener mitErfolg wird leugnen können.“
Es kann nicht unsre Aufgabe sein, Ampere gegen Büchner zuvertheidigen, zumal da Büchner selbst in „Kraft und Stoff“ das Atomfür einen blossen Ausdruck erklärt und die Unendlichkeit im Kleinstenzugiebt; vielmehr müssen wir uns die Frage stellen, wie es kommt, dassnoch im Lichte der heutigen Physik ein solcher Begriff der Materie,wie Büchners August ihn für. notliwendig hält, bestehen kann. EinPhysiker von Fach, auch wenn er ausgedehnte Atome annimmt, wirdnicht leicht darauf verfallen, die Existenz dessen, was wir im Lebenund in der Wissenschaft Materie nennen, von dem Vorhandensein aus-
Lange, Gesell, d. Mat. 24