Die neueren Naturwissenschaften.
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sinnliche“ Person daneben. Der Mathematiker mag sich auch, bevorer seine Gleichung aufgestellt hat, die Kräfte ziemlich nach Art vonMenschenkräften vorstellen, aber er wird deshalb nie in Gefahr kom-men, einen falschen Faktor in Rechnung zu bringen. Steht aber erstdie Gleichung da, so hört auch jede sinnliche Vorstellung auf irgendeine Rolle zu spielen. Die Kraft ist nicht mehr die Ursache der Be-wegung und der Stoff nicht mehr die Ursache der Kraft; es giebt daunnur noch einen bewegten Körper und die Kraft ist eine Funktion derBewegung.
Sonach lässt sich in diese Begriffe doch wenigstens Ordnung undUebersicht bringen, wenn auch keine vollständige Erklärung dessen,was Kraft und Stoff sei. Genug, wenn wir nachweisen können, dassunsere Kategorieen eine Rolle dabei spielen. Es muss Niemand seineeigne Netzhaut sehen wollen!
So ist es denn auch begreiflich, dass Du Bois nicht über denGegensatz von Kraft und Stoff hinaus kommt, und wir wollen deshalbdie von Moleschott ausgelassene Stelle noch hinsetzen als ein Zeugnissdessen, wie vortheilhaft der berühmte Forscher sich von der dogma-tischen Zuversicht der Materialisten unterscheidet.
„Fragt man, was denn übrig bleibe, wenn weder Kräfte nochMaterie Wirklichkeit besitzen, so antworten diejenigen, die sich mitmir auf diesen Standpunkt stellen, folgendermassen. Es ist demmenschlichen Geiste nun einmal nicht beschieden, in diesen Dingenliinauszukommen über einen letzten Widerspruch. Wir ziehen dahervor, statt uns zu drehen im Kreise fruchtloser Spekulationen odermit dem Schwerte der Selbsttäuschung den Knoten zu zerhauen,uns zu halten an die Anschauung der Dinge, wie sie sind, uns ge-nügen zu lassen, um mit dem Dichter zu reden, an dem „Wunderdessen, was da ist.“ Denn wir können uns nicht dazu verstehen,weil uns auf dem einen Wege eine richtige Deutung versagt ist, dieAugen zu schliessen über die Mängel einer andern, aus dem einzigenGrunde, dass keine dritte möglich scheint; und wir besitzen Ent-sagung genug, um uns zu finden in die Vorstellung, dass zuletztaller Wissenschaft doch nur das Ziel gesteckt sein möchte, nicht dasWesen der Dinge zu begreifen, sondern begreiflich zu machen, dasses nicht begreiflich sei. So hat sichs schliesslich als Aufgabe derMathematik herausgestellt, nicht den Kreis zu quadriren, sondern zuzeigen, dass er nicht zu quadriren sei; der Mechanik, nicht ein per-petuum mobile herzustellen, sondern die Fruchtlosigkeit dieser Be-