Die neueren Naturwissenschaften.
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Gesetzes Sache ist; alle Thtirme stehen, alle Weltkörper gehen mitEins unter seiner Hut, und die Kräfte, durch die sie stehen, durchdie sie gehen, bedeuten und bezeugen eben nichts als die Macht desGesetzes über ihnen allen, in ihnen allen, und ihr Unterthansein unterdiese Macht.“
Zu der Lehre von den Aequivalenten und zu der Vibrations-theorie tritt als dritte grosse Errungenschaft unsres Jahrhunderts dasGesetz von der Erhaltung der Kraft, welches für die Fragen, dieuns hier bewegen ja vielleicht für die gesammte Naturauffassung injedem beliebigen Sinne — weitaus die grösste Bedeutung hat.
Warum ist das Gesetz von der Erhaltung der Kraft so ungleichwichtiger, als das Gesetz von der Erhaltung der Materie, welchesschon Demokrit als Axiom hinstellte, und welches als „Unsterblich-keit des Stoffs“ bei unsern heutigen Materialisten eine so grosseRolle spielt?
Die Sache ist die, dass in unsren gegenwärtigen Naturwissen-schaften überall die Materie das Unbekannte, die Kraft das Bekannteist. Will man statt Kraft lieber „Eigenschaft der Materie“ sagen,so möge man sich vor einem logischen öirkel hüten! Ein „Ding“wird uns durch seine Eigenschaften bekannt; ein Subjekt wird durchseine Prädikate bestimmt. Das „Ding“ ist aber in der That nur derersehnte Ruhepunkt für unser Denken. Wir wissen nichts, als dieEigenschaften und ihr Zusammentreffen in einem Unbekannten, dessenAnnahme vielleicht eine Dichtung unsres Gemüthes ist, aber, wie esscheint, eine nothwendige, durch unsre Organisation gebotene. So-nach kann auch der Satz von der Beharrlichkeit der Materie strenggenommen uns über den blossen Stoff nichts lehren, sondern — nurüber eine Eigenschaft, die in der mathematischen Physik als „Kraft“erscheint. Diese Eigenschaft, die einzige, welche wir gewöhnlich mitdem Begriff des Stoffes identificiren, und welche doch wissenschaft-lich nur als Kraft gefasst werden kann, ist die Schwere.
Dubois’ berühmtes „Eisentheilchen“, welches zuverlässig dasselbe„Ding“ ist, „gleichviel ob es im Meteorstein den Weltkreis durchzieht,im Dampfwagenrade auf den Schienen dahinschmettert, oder in derBlutzelle durch die Schläfe eines Dichters rinnt“, ist eben nur des-halb in all diesen Fällen „dasselbe Ding“, weil wir von der Beson-derheit seiner Lage zu andern Theilchen und der daraus folgendenWechselwirkungen absehen und dagegen andre Erscheinungen, die wirdoch nur als Kräfte des Eisentheilchens kennen gelernt haben, als