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Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart / von Friedrich Albert Lange
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Die neueren Naturwissenschaften.

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in Kräfte aufiösen können oder wollen, und was wir als den Grundder erkannten Kräfte betrachten.

Eine der wichtigsten Fragen des antiken Materialismus war dieder natürlichen Kosmogonie. Die viel bespöttelte Lehre von derendlosen parallelen Bewegung der Atome durch den endlosen Raunthin, von den allmähligen Verschlingungen und Verbindungen derAtome zu festen und flüssigen, lebenden und leblosen Körpern, hattebei aller Sonderbarkeit doch eine grossartige Aufgabe zu erfüllen.Ohne Zweifel haben auch diese Vorstellungen mächtig auf die Neu-zeit eingewirkt, doch ist der Zusammenhang unsrer natürlichen Kos-mogonie mit derjenigen Epikurs nicht so klar, wie die Geschichteder Atomistik. Vielmehr ist es gerade der Punkt, welcher die.an-tiken Vorstellungen der ersten entscheidenden Umbildung unterwirft,aus welchem sich folgerichtig diejenige Vorstellung von der Entste-hung des Weltganzen entwickelte, welche trotz ihrer hypothetischenNatur noch jetzt die grösste Wichtigkeit hat. Hören wir Helmholtzdarüber!

„Kant war es, der, sehr interessirt für die physische Beschrei-bung der Erde und- des Weltgebäudes, sich dem mühsamen Studiumder Werke Newtons unterzogen hatte, und als Zeugniss dafür, wietief er in dessen Grundidee eingedrungen war, den genialen Gedankenfasste, dass dieselbe Anziehungskraft aller wägbaren Materie, welchejetzt den Lauf der Planeten unterhält, auch einst im Stande gewesensein müsste, das Planetensystem aus locker im Weltraum verstreuterMaterie zu bilden. Später fand unabhängig von ihm auch Laplace,der grosse Verfasser der mecanique celeste, denselben Gedanken undbürgerte ihn bei den Astronomen ein. “

Die Theorie der allmähligen Verdichtung gewährt den Vortheil,dass sie eine Rechnung erlaubt, welche durch die Auffindung desmechanischen Aequivalentes der Wärme einen hohen Grad theoreti-scher Vollkommenheit erlangt hat. Man hat berechnet, dass sich beidem Uebergang von unendlich geringer Dichtigkeit bis zu derjenigenunsrer gegenwärtigen Himmelskörper allein aus der mechanischenKraft der Attraktion der Stofftheilchen so viel Wärme ergeben musste,als wenn die ganze Masse des Planetensystems 3500 mal in reinerKohle dargestellt und diese Masse dann verbrannt würde. Man hatgefolgert, dass der grösste Theil dieser Wärme sich bereits in denWeltraum verlieren musste, bevor die gegenwärtige Gestalt unsresPlanetensystems entstehen konnte. Man hat gefunden, dass von je-