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Zweites Buch. Zweiter Abschnitt.
nem ungeheuren mechanischen Kraftvorrath der ursprünglichen At-traktion nur noch etwa der 454ste Theil in den Bewegungen derHimmelskörper als mechanische Kraft erhalten ist. Man hat berech-net, dass ein Stoss, welcher unsre Erde plötzlich in ihrer Bahn umdie Sonne hemmte, so viel Wärme ergeben würde, als die Verbren-nung von 14 Erden aus reiner Kohle, und dass bei dieser Hitze dieMasse der Erde ganz geschmolzen und mindestens zum grösstenTheil verdampft werden würde. Mit Recht betont Helmholtz, dessenVortrag über die Wechselwirkung der Naturkräfte wir dieseNotizen entnehmen, dass in diesen Annahmen nichts hypothetisch ist,ausser der Annahme von Kant und Laplace, dass die Massen unsresPlanetensystems ursprünglich in Form eines unendlich feinen Nebelsim Raum vertheilt waren. Alles Uebrige ergiebt die Rechnung.
Während so Kants natürliche Kosmogonie, auf welche auchunsre Materialisten mit Ausnahme von Czolbe viel Werth legen, durchdas Gesetz der Erhaltung der Kraft eine theoretische Stütze erhaltenhat, sind dagegen die empirischen Anhaltspunkte, welche man ehe-mals für sie anzuführen pflegte, beträchtlich zusammengeschwunden.Zwei Umstände kommen dabei vorzüglich in Betracht: die Auf-lösung der Nebelflecken durch die verbesserten Teleskope unddie Reform der Geologie durch Bischoff und Lyell. Im vorigenJahrhundert konnte man noch glauben, iu den fernen Nebelfleckendas Bild werdender Welten vor sich zu haben, und in der Geologieherrschte bis nahe an die Gegenwart heran eine Anschauung vor,welche in den Spuren grossartiger Erdrevolutionen gleichsam nochdas Bild der Stürme vor sich zu haben glaubte, die der allmähligenConsolidation unsrer Erdrinde vorangingen. Seitdem aber ein Nebel-fleck nach dem andern sich in discrete Sternhaufen löst, seit diegrössten Veränderungen an der Erdoberfläche mit steigender Sicher-heit auf die leise und stetige Wirkung der bekannten tellurischenund meteorischen Kräfte zurückgeführt werden — seitdem sind dieempirischen Anhaltspunkte für jene Theorie fast ganz geschwunden,und nur ihre erhebende Grossartigkeit, ihre reine Anschaulichkeitund die Befriedigung, welche sie dem rechnenden Denker gewährt,bleiben die Grundlagen, auf denen sie vermuthlieh noch lange Zeithindurch ruhen wird. Damit aber würde sie aus dem Bereich derPhysik in die Grenzen einer edlen, und massvollen Naturphilosophiehinübertreten.
Hier dürfte denn auch die Bemerkung an der Stelle sein, dass