Die neueren Naturwissenschaften.
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es unzulässig ist, eine naturphilosophische Anschauung, wenn sieauch noch so viel für sich hat, zu dem Rang einer physikalischenTheorie zu erheben, oder gar ihre nothwendigen Annahmen als Tliat-sachen zu behandeln, aus dem angeblichen Grunde, dass eine andreWeise, sich die Sache zu denken, unmöglich sei. Die methodischeVerwerflichkeit eines solchen Argumentes beruht freilich nicht darauf,dass man verpflichtet wäre, in Gebieten, die so weit über die Er-fahrung hinausliegen, auch solche Annahmen mit in Betracht zu zie-hen, welche den Anforderungen unsres Verstandes widersprechen.Das „Wunderbare“ hat ein für allemal nicht nur in der strengerenWissenschaft keinen Raum, sondern auch nirgend, wo überhaupt einewissenschaftliche Betrachtungsweise stattfindet. Die Forderung derBegreiflichkeit der Dinge ist für das ganze Gebiet unsrer erkennen-den Thätigkeit und selbst für jede bloss gedachte, bloss als möglichangenommene Erkenntniss gleich unbedingt. Ganz anders steht aberdie Frage, wenn einer angeblich unentbehrlichen Vorstellungsweiseandre ebenfalls denkbare Annahmen gegenübergestellt werden kön-nen; und der Umstand, dass wir die Möglichkeit einer solchen Ge-genüberstellung häutig gar nicht zu beurtheilen wissen, macht dieapagogischen Schlüsse aus der blossen Denkbarkeit wo es sich nichtum Verstösse gegen die formale Logik handelt, unanwendbar.
Ueber den methodischen Werth der Möglichkeiten herrschenvielfach ganz unklare Vorstellungen. Weil so häufig mit Möglich-keiten ein phantastischer Missbrauch getrieben wird, hasst der nüch-terne Forscher meist schon das blosse Wort und den ganzen Begriffder Möglichkeit. Und da es den empirischen Wissenschaften so sehrzum Nachtheil gereicht, wenn man sich — nach der Methode Epikurs— damit begnügt, eine bloss denkbare Erklärungsweise der Natur-vorgänge zu finden, statt auf die einzig richtige loszugehen und diesedurch das Experiment zu beweisen, so nimmt man gern einen natürli-chen Gegensatz au zwischen der unfruchtbaren Neigung der Philosophiezur Annahme von Möglichkeiten und der auf die Sache selbst ge-dichteten Thätigkeit der exakten Wissenschaften. Dabei schleicht sichaber oft ein verhängnissvoller Fehler unter, indem man gar zu leichtgeneigt ist, einer Vorstellungsweise, an die man sich einmal gewöhnthat, einen höheren Rang anzuweisen, als jedem neu auftauchendenGedanken, wenn auch der logische Werth beider derselbe ist. Woimmer eine blosse Möglichkeit zum Dogma erhoben wird, da ist esmethodisch vollkommen richtig, auf die coordiuirten Möglich-