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Zweites Buch. Zweiter Abschnitt.
uralte radikale Opposition des Empedokles gegen die Teleologiezurückführen; er giebt aber zu, dass der vollständige Beweis fürDarwins Lehre noch fehle. Zwei Sätze seines Recensenten im Lite-rarischen Centralblatte sollen uns zum Thema einer Betrachtungdienen, die wir ohnehin nicht umgehen dürften, und für die uns hiernur ein bestimmter Anknüpfungspunkt gelegen kommt. „Man ziehtes vor“, sagt der Ungenannte, „an die Stelle einer zweckmässig aberwunderbar wirkenden ausserweltlichen Causalität die Möglichkeitglücklicher Zufälle zu setzen, und findet in der fortschreitenden Ent-wicklung dessen, was ein glücklicher Zufall begonnen hat, Ersatz da-für, dass alle Erscheinungen der Welt in ihrem letzten Gründe sinn-und zwecklos sind, und dass das Schöne und Gute nicht am Anfängeliegt, sondern erst am Ende, oder wenigstens erst im Fortgange desGeschehens zum Vorscheine kommt .... So lange diese (die bewei-senden) Entdeckungen noch nicht wirklich gemacht sind, wird es er-laubt sein, sich die Frage vorzulegen, ob die Hypothesen, zu denensich dieser Naturalismus für berechtigt hält, weniger kühn und ge-wagt sind, als die Voraussetzungen der teleologischen Weltansicht.“Der Recensent ist ein Typus; die meisten, welche der neuerenNaturwissenschaft gegenüber noch an der Teleologie glauben festhal-ten zu dürfen, klammern sich an die Lücken der wissenschaftlichenErkenntniss, und übersehen dabei, dass wenigstens die bisherigeForm der Teleologie, die anthropomorphe durch die Thatsachengänzlich beseitigt ist; einerlei, ob die naturalistische Ansicht hinläng-lich festgestellt ist oder nicht. Die ganze Teleologie hat ihre Wurzelin der Ansicht, dass der Baumeister der Welten so verfährt, dassder Mensch nach Analogie menschlichen Vernunftgebrauches sein Ver-fahren zweckmässig nennen muss. So fasst es im Wesentlichen schonAristoteles, und selbst die pantheistische Lehre von einem „immanen-ten“ Zweck hält die Idee einer, menschlichem Ideal entsprechenden,Zweckmässigkeit fest, wenn auch die ausserweltliche Person aufge-geben wird, die nach Mensclienweise diesen Zweck erst erdenkt unddann ausführt. Es ist nun aber gar nicht mehr zu bezweifeln, dassdie Natur in einer Weise fortschreitet, welche mit menschlicher Zweck-mässigkeit keine Aehnlichkeit hat; ja, dass ihr wesentlichstes Mittelein solches ist, welches mit dem Maassstabe menschlichen Verstandesgemessen, nur dem blindesten Zufall gleichgestellt werden kann. Ueberdiesen Punkt ist kein zukünftiger Beweis mehr zu erwarten; die That-sachen sprechen so deutlich und auf den verschiedensten Gebieten